Amsterdam 

Nachdem es in der Nacht noch einmal geregnet hatte, zeigte sich der Morgen mit Sonnenschein und blauem Himmel von seiner besten Seite. 

Ich machte mich am Vormittag auf den Weg… 

…der die letzte Etappe dieser Reise werden sollte. 

Die Route führte mich heute über perfekt asphaltierte Feldwege… 

…und vorbei an kleinen Städten… 

…wo es neben alten Gebäuden…  

…diese abgefahrene Fußgängerbrücke zu sehen gab. 

Aber ich hatte heute nicht viel übrig für all die kleinen Ablenkungen die auf meinem Weg lagen, denn ich wollte endlich am Ziel meiner diesjährigen Reise ankommen. 

Es ging noch einige Zeit über Radwege… 

…bis ich dann die Stadtgrenze von Amsterdam erreicht hatte. 

Ich musste noch einige Kilometer durch die Außenbezirke von Amsterdam fahren… 

…bis ich dann schließlich an der Central Station und somit am Ziel meiner Reise ankam. 

Hier endet nun mein Abenteuer, das mich die letzten zwei Wochen beschäftigt und hunderte von Kilometern entlang der deutschen und holländischen Nordseeküste gebracht hat. 

Zwar hat dieses Jahr das Wetter nicht immer so mitgespielt wie ich es gerne gehabt hätte aber dennoch hat es mir sehr viel Spaß gemacht.

Ich habe während meiner Reise neben vielen spannenden Orten auch sehr interessante Menschen kennen lernen dürfen und bin zum Einen traurig darüber dass dieses Abenteuer nun zu Ende ist, aber zum Anderen auch überglücklich dass ich es geschafft habe und ich meinem erschöpften Körper nun ein paar Tage Erholung in dieser verrückten und aufregenden Stadt gönnen kann. 

Hoorn

Heute morgen war mal wieder alles grau am Himmel… 

…aber dafür war wieder Rollen angesagt und ich kam wieder schneller voran und konnte Strecke machen. 

Den gesamten Vormittag ging die Route über die wohl bekannten Fahrradautobahnen… 

…und nach einiger Zeit verzogen sich dann auch die Wolken und der blaue Himmel kam zum Vorschein. 

Zwischendurch ging es mal über eine Hebebrücke… 

…teilweise über Radwege direkt auf der Straße… 

…durch schattige Alleen… 

…und hier und da an Kunstwerken vorbei. 

Ich kam meinem heutigen Ziel immer näher, aber auch Amsterdam rückte immer weiter in greifbare Nähe. 

Motiviert von der kurzen Distanz die ich noch zu fahren hatte zog ich das Tempo noch einmal an… 

…und erreichte den letzten Campingplatz meiner Reise, wo ich auch zum letzten Mal mein Zelt aufstellte. 

Der mir zugewiesene Platz erschien mir als äußerst angemessen für eine letzte Nacht im Zelt. 😉

Da der heutige Tag noch jung war, machte ich mich noch auf in die nahe gelegen Stadt… 

…und sah wieder interessante Architektur, hier das Schouwburg Het Park Theater… 

…Kunstwerke… 

…Denkmäler… 

…alte Kirchen… 

…und die Statue von Jan Pieterszoon Coen, der um 1600 herum Generagouverneur der niederländischen East-India-Company in Südostasien war. 

Die vielen Kanäle quer durch die Stadt und die ganzen kleinen Gassen und Häuschen machten das Holland-feeling heute komplett. 

Nach einer kurzen Pause an einem der Kanäle, führte ich meine Rundfahrt fort und kam am Hoofdtoren von 1532…

 …und dem alten Stadttor vorbei. 

Am frühen Abend machte ich mich dann so langsam auf den Rückweg zu meinem Zelt. 

Zwar konnte ich heute wieder durchweg auf die Brett stehen und kam wieder schneller voran, doch die Tage zuvor haben sichtbar ihre Spuren hinterlassen. 

Aber ich habe mein Ziel so gut wie erreicht. 

Es ist die letzte Nacht im Zelt und morgen die letzte Etappe die mich mein Brett für dieses Jahr noch tragen und begleiten muss. 

Den Oever

Der Wind der letzte Nacht durch die Bäume fegte klang von meinem Zelt aus wir die Brandung am Meer und ließ mich kurzzeitig vergessen dass ich in meinem Schlafsack auf einer Wiese hinter einer Hecke lag. 

Gegen fünf Uhr war es dann aber vorbei mit der Idylle, denn es begann zu regnen und hörte erst wieder kurz vor meiner Abreise auf. 

Als ich dann aber nach ein paar Kilometern den Afsluitdijk erreichte, klarte das Wetter auf und die Sonne kam wieder heraus. 

Kurz bevor es richtig auf den Deich ging musste ich erst noch an ein einer Schleuse warten… 

…bis ein paar Schiffe den Weg gekreuzt hatten.

Leider ging es danach wiedermal nur wandernd weiter.  Zwar hatte der Wind im Vergleich zu gestern etwas nachgelassen, aber von einer leichten Brise konnte immer noch nicht die Rede sein. 

Es war eine echte Kraftanstrengung um gegen den Wind anzukämpfen und so musste ich mein Brett tragen und zu Fuß weitergehen. 

Zwischendurch packte mich immer mal wieder die Neugier und ich musste auf den Deich klettern um mir beide Seiten anzusehen. 

Dort oben fegte aber dermaßen der Wind drüber, so dass ich den Anblick nicht lange genießen konnte und mich wieder zurück auf den Weg machen musste.  

Nachdem ich einige Kilometer hinter mich gebracht hatte, kam ich an der statue des „Steenzetter“ vorbei, einem Monument zur Erinnerung an den Bau des Damms.

Gleich daneben war dann auch die Statue von Cornelis Lely, dem Ingenieur dessen Idee es war diesen Damm zu bauen. 

Nach einer Sturmflut 1916 wurden seine Pläne einen Damm bauen um die dahinterliegenden Küstenabschnitte zu schützen aufgegriffen und 1926 in die Tat umgesetzt. 

Der dadurch geschaffene Binnensee, der früher natürlich Salzwasser beinhaltete, ist heute zum Süßwassersee geworden. 

Über die späteren Jahre begannen mehrere Landgewinnungsprojekte aus denen auch der Flughafen Schiphol in Amsterdam hervorging. 

Der Bau des Damms ging von 1926 – 1932 und so konnte Lely, der 1929 verstarb die Fertigstellung leider nicht mehr miterleben. 

Nach der kurzen Unterbrechung machte ich mich wieder auf den Weg und erreichte ein wenig später dann endlich Nord-Holland… 

…und damit das Ende des Deichs. 

Nach über acht Stunden auf Tour und leider der wenigsten Zeit davon auf vier Rollen, habe ich endlich den Deich hinter mir gelassen und begebe mich nun mit schmerzenden Füßen zu meiner heutigen Unterkunft.

Das Ziel meiner Reise rückt nun näher und näher. 

Makkum

Heute Nacht regnete es ab vier Uhr ununterbrochen, was die Nacht ein wenig ungemütlich machte. 

Am Morgen nutzte ich dann einen der kurzen trockenen Momente um mein Zelt abzubauen und die Ausrüstung zusammen zu packen und machte mich dann auf den Weg zum nächsten Etappenziel. 

Leider war heute wieder Wandern angesagt, denn der heftige Gegenwind machte es unmöglich mit dem Brett voran zu kommen. 

Unterwegs kam ich an einem selbstgebauten Rennwagen vorbei, der wohl für Rennen gebaut wurde bei denen es etwas rauher zu geht…

…wie man dem letzten Wagen ansehen konnte.

Eine kleine Aufmunterung zwischendurch gab es dann auch noch. 

Nämlich ein Dorf mit einem Namen zusammengesetzt aus zwei wunderbaren Dingen 😁

Das Dörfchen war wirklich winzig und ausser einer Windmühle gab es nicht wirklich viel zu sehen. 

Danach ging es weiter am Deich entlang. Leider immernoch laufend zu Fuß, da der Wind nicht nachlassen wollte. 

Auf halber Strecke zu meinem Zwischenstopp in Harlingen stand auf einer Schaafsweide eine Statue eines Mannes der wohl zum Fische verkaufen geht. Macht meiner Meinung nach auf einer Schaafsweide nicht viel Sinn, hat aber wahrscheinlich etwas mit der Nähe zum Deich und der dahinter liegenden Nordsee zu tun. 

Ich wanderte weiter auf meinem Weg entlang bis ich dann schließlich Harlingen erreichte und mir erstmal etwas zu Essen organisierte. 

Frisch gestärkt unternahm ich dann eine kleine Tour durch die Stadt…

…um mir Leuchttürme… 

…die Statue „Stenen Man“… 

…und natürlich wieder alte Kirchen anzusehen. 

Außerdem gab es überall quer durch die Stadt kleine Kanäle, die mich sofort an die Grachten in Amsterdam erinnerten. 

Ich verließ dann ein wenig später Harlingen um mich wieder auf den Weg zu meinem heutigen Lagerplatz zu machen…

…und kam dabei an diesem Schild vorbei, dass mir mitteilte, dass es keine 100 km mehr bis zu meinem Ziel sind. 

Auf dem Weg zum Zeltplatz wagte ich einen kurzen Blick über den Deich, hielt es aber wegen des heftigen Windes nur wenige Minuten dort oben aus. 

Danach ging es weiter zum Zeltplatz… 

…wo ich mein Zelt im Schutz vor dem Wind hinter einer Hecke aufstellen. 

Leider geht es meinen Gelenken durch den langen Wandertag zunehmend schlechter. Und morgen heißt es auch wieder Zähne zusammen beißen, denn es geht über den 32 Kilometer langen Afsluitdijk, wo ich wohl wieder mit heftigem Gegenwind rechnen muss. 

Aber es gibt auch einen Silberstreif am Horizont, denn das Ziel rückt immer näher und ich werde in drei Tagen in Amsterdam angekommen sein. 

Und dazu wird jetzt meine Ausrüstung auch noch ein wenig leichter, denn diese Jungs hier haben ausgedient. 

Zwarte Haan

Während ich heute morgen meine Ausrüstung zusammen packte und mich auf den Weg machte schien bereits die Sonne und es sah nach einem guten Tag aus. 

Ich war noch nicht lange unterwegs, da begegnete ich diesem Ungetüm und entweder ist dieses Fahrrad mit allem drum und dran das Zuhause des Besitzers oder derjenige hat eine etwas größere Tour geplant. 

Es war mir bereits vorher klar, dass ich heute wieder das Meer sehen würde, aber die schriftliche Erinnerung daran war dann doch ganz net. 

Auf dem Weg zum Meer kam ich an einer Zugbrücke vorbei… 

…und fuhr über eine große Schleuse von der aus man einen wunderbaren Blick auf die Nordsee hatte. 

Nachdem ich die Schleuse überquert hatte… 

…entschied ich mich dafür auf der Meeresseite am Deich entlang zu fahren. 

Die beeindruckenden weiten Blicke über das Wattenmeer… 

…wurden leider durch den aufkommenden heftigen Gegenwind gestört und ich hatte zeitweise richtig zu kämpfen um noch voran zu kommen. 

Ein wenig später dann als der Weg auf den anderen Seite des Deichs weiter ging kam dann noch erschwerend hinzu, dass die Strecke nicht mehr mit dem Longboard befahrbar war und ich somit wandern musste. 

Und das über mehrere Stunden… 

…quer durch Schaafland. 

Für ein wenig Aufheiterung sorgten dann ein paar von den frechen Biestern, die sich erst nach einer deutlichen Aufforderung vom mir dazu bequemten, mir den Weg frei zu machen und mich gehen zu lassen. 

Ich wanderte noch einige Kilometer weiter… 

…und kam an einem Seeminen Denkmal vorbei, das an die acht Mann erinnern soll, die 1945 beim Versuch eine, aus dem Meer angespülte, Mine zu entschärfen ihr Leben verloren. 

Wenig später kam ich dann wieder an einem kleinen Dorf vorbei… 

…wo neben alten Kirchen… 

…und Ankern… 

…auch immer wieder Denkmäler am Deich zu sehen waren…

…die wohl von Seefahrertragödien berichteten. 

Ich hielt mich nicht allzu lange in den Dorf auf und machte mich weiter auf meinen Weg, der zum Glück wieder mit dem Brett befahrbar war. 

Allerdings hatte das stundenlange Wandern bereits Spuren in meinen Gelenken hinterlassen und ich kam nicht mehr allzu gut voran. 

Aber da ich ja schließlich ankommen musste, biss ich die Zähne zusammen und zog die letzten Kilometer noch voll durch…

…und war heilfroh als ich dann das Schild sah, dass das Ziel der heutigen Etappe anzeigte. 

Als ich dann vollkommen erschöpft dort ankam… 

…schlug ich sofort mein Lager auf um meinen Füßen endlich etwas Entspannung zu gönnen. 

Wenn ich weiterhin gegen den Wind ankämpfen muss oder wieder weitere Strecken zu wandern habe, werde ich mich wohl auf ein paar heftige letzte Tage einstellen müssen.

Zwar komme ich dem Ziel meiner Reise mit großen Schritten näher, doch allmählich macht sich Verschleiß bemerkbar. 

Die Muskeln werden die letzten Tage der Tour noch gut überstehen, aber die Gelenke quittieren nun nach und nach den dienst. 

Lauwersoog

Gestern Abend kam ich noch ins Gespräch mit einem 70 jährigen Mann, der sein Zelt neben meinem aufgeschlagen hatte. Er erzählte mir dass er gerade dabei ist, mit dem Rad einmal um Holland herum zu fahren und wir unterhielten uns noch ein wenig über das Leben und die Erfahrungen bei so einer Tour. 

Ich hätte ihm heute morgen noch gerne eine gute Reise gewünscht, doch als ich wach wurde sah ich,  dass er bereits aufgebrochen war, denn der Platz an dem sein Zelt stand war leer. 

Also machte ich mich auch daran meine Ausrüstung zusammen zu packen… 

…und brach kurze Zeit später auf. 

Auf meinem Weg kam ich wiedermal an Kirchen vorbei… 

…sah Windmühlen… 

…fuhr zwischendurch über echt eklige Betonplatten… 

…aber auch über ausgezeichnete Radwege… 

…sah noch mehr Windmühlen…

…und dann dieses abgefahrene Vehikel. 

Ich hab nicht die geringste Ahnung was es darstellen soll, aber ich vermute hier bereitet sich jemand auf die Zombie-Apokalypse oder ein Mad-Max-Szenario vor. 

Ab hier begann dann der zähe Teil der heutigen Etappe. 

Über anfangs regelrechte Fahrradautobahnen, führte mich mein Weg…

…weiter über schmale Pfade… 

…hinaus auf’s Land. 

Die einzige Abwechslung innerhalb von Stunden war eine hölzerne Brücke die mitten zwischen den Feldern über einen kleinen Bach führte. 

Ich folgte der Route solange durch die Ackerlandschaft… 

…bis ich dann endlich wieder den Deich neben mir hatte, der das nahe Ende der Etappe ankündigte. 

Die letzten Kilometer fühlten sich quälend lang an bis ich dann endlich Lauwersoog… 

…und den dortigen Campingplatz erreichte…

…wo mir gleich einmal ein paar Vorschläge gemacht wurden,  wo ich denn sonst noch so einmal hinreisen könnte. 

Ich stellte also erst einmal mein Zelt auf… 

…und machte mich dann auf,  um ein wenig Zeit am Meer zu verbringen. 

Nachdem ich etwas später dann gegessen hatte, lag ich noch ein wenig im Zelt herum um den Nachmittag zu genießen…

…bevor ich dann am Abend zum Strand zurückkehrte um mir noch den Sonnenuntergang zum Abschluss des Tages anzusehen. 

Heute war bereits der zehnte Tag meiner Reise und ich kann es gar nicht so richtig fassen, dass ich bereits so lange unterwegs bin. 

Ab heute kann ich die Tage die ich noch unterwegs sein werde an einer Hand abzählen.