Miengo

Heute ist Halbzeit.

Früher als sonst startete ich heute in den Tag, der leider immernoch keinen Sonnenschein hervorbringen sollte.

Zu Beginn führte die heutige Route auf Wanderwegen zwischen den Dünen entlang…

..von wo aus man die ganze Zeit einen herrlichen Blick auf die Küste hatte.

Wie die meisten Wege entlang der Küste war auch dieser Abschnitt Teil des Jakobsweges…

…und führte direkt in das Städtchen Somo…

…von wo aus ich die winzige Fähre nach Santander nahm.

Dort angekommen führte die heutige Route zunächst am Hafen entlang…

…und anschließend durch einen Stadtpark mit Karrussels…

… und kleinen Teichen…

…bis in die Innenstadt wo es hier und da Kunstwerke…

…und Skulpturen zu entdecken gab.

So schnell ich heute auch in Santander angekommen war, ebenso schnell wollte auch wieder aus der lauten und überfüllten Stadt hinaus.

Also versuchte ich mich auf geradem Weg so schnell wie möglich durch die Hektik der Großstadt zu manövrieren und war froh als ich den Stadtrand erreicht hatte.

Hier fand ich auch sofort wieder den Jakobsweg und konnte in Ruhe weiter meiner Route folgen.

Als ich so vor mich hin rollte kam ich an einer Straße mit recht neuen Markierungen vorbei wo ich ein paar Schnappschüsse beim Fahren machte von denen ich dachte ich kann sie nicht einfach für mich behalten.

Auf der weiteren Strecke überquerte ich eine Bahntrasse, der mir im späteren Verlauf der Route wieder begegnen sollte.

Obwohl ich heute sehr viele Schilder und Marker auf der Strecke hatte die mir den Weg zeigten…

…hatte ich es doch irgendwie hinbekommen irgendwo falsch abzubiegen und landete plötzlich auf einem Trampelpfad durchs Dickicht.

Da mich der Weg zurück mehrere Kilometer gekostet hätte und ich auch eigentlich von umdrehen nicht viel halte musste ich eben da durch….

…und hatte auch kurze Zeit später wieder festen Boden unter den Füßen und Rollen.

Hier stieß ich dann wieder auf bereits erwähnte Bahntrasse, da ich einen kleinen Fluß überqueren musste und die nächste befahrbare Brücke mehrere Kilometer weit weg war.

Auf der anderen Seite des Flusses ging es dann aber wieder über normale Wege…

..durch die wunderschöne Landschaft Cantabriens…

…zum heutigen Campingplatz.

Nach einer kurzen Pause machten wir dann gemeinsam einen Spaziergang zur nahe gelegenen Steilküste…

…mit ihren imposanten Felsformationen…

…und beeindruckenden Aussichten.

Bevor wir uns wieder in unseren Helmut zurückzogen da es leider angefangen hatte zu regnen.

Wie gesagt, ab heute ist die Hälfte der Tour geschafft und nach acht Tagen wandern und skaten mit den vielen Auf- und den steilen Abstiegen haben meine Schuhe inzwischen ihren Zenit weit überschritten und werden somit in alter Tradition im Reiseland entsorgt.

Die Rest-Sohle, wenn man das überhaupt so nennen darf, bestand eigentlich nur noch aus Innenfutter und wurde bei jedem Bremsmanöver kuschelig warm… 😀
Ein neues Paar habe ich natürlich bereits mit Zusatz-Sohle ausgestattet und einsatzbereit im Rucksack verstaut.

Auf dass die neuen Schuhe die nächsten acht Tage überstehen…

Loredo

Nachdem sich am gestrigen Abend die Wolken langsam auflösten hatte ich schon die Hoffnung, dass am nächsten Morgen die Sonne scheinen wird.

Doch leider sollte es wieder einmal ein sehr grauer Tag werden, wie ein letzter Blick auf den Strand vor der Abreise zeigte.

Zu Beginn der heutigen Etappe ging es über perfekte Radwege weg vom Campingplatz…

…und ein Stück entlang des Jakobsweges.

Kurze zeit später fand ich mich dann mitten auf einer Landstraße wieder, auf der glücklicherweise sehr wenig Verkehr herrschte…

…und ich somit sehr viel Strecke skatend zurücklegen konnte.

Auch wenn ich so sehr gut voran kam, war die Fahrt auf dieser Landstraße bis auf wenige Abwechslungen…

..und ein paar guten Abfahrten recht eintönig.

Ich entschloß mich also, vom Hauptweg abzubiegen und auf die Seitenstraßen auszuweichen, wo ich Anfangs noch über Radwege weiterfuhr…

…und auch den Jakobsweg wieder entdeckte.

Es dauerte nur wenigen Kilometer und ich konnte wieder das Meer sehen…

…und ein paar Biegungen und Kurven später…

…hatte ich dann auch die erste Bucht vor mir.

Ab hier ging es dann über Feldwege weiter…

…vorbei an wunderschönen Buchten und Stränden entlang der Steilküste…

…bevor ich dann auf den letzten Teil der Route kam, der über kleine Landstraßen…

…und zum Schluss noch über einen Radweg bis zum Campingplatz in Loredo führte.

Hier ging es wieder für einen kurzen Abstecher direkt an den Strand…

…bevor wir zum Abendessen zu Helmut zurückkehrten, wo wir noch eine kleine Katze namens Frida zu Besuch hatten.

Frida hat es so gut bei uns gefallen, dass sie während dem Essen die ganze Zeit um uns herumschlich (oder sie hatte einfach nur Hunger) und später neben unserem Bus auf der Wiese spielte und sich von uns streicheln ließ.

Später am Abend klärten die Wolken wieder etwas auf und wir kehrten zum Strand zurück um den Sonnenuntergang über der Bucht von Santander zu beobachten.

Santona

Beim Aufstehen schien zunächst noch die Sonne und ich freute mich schon auf eine Etappe bei Sonnenschein und machte mich gegen 11 Uhr auf den Weg.

Es ging zunächst wie gewohnt erstmal einen Berg hinauf und ich konnte noch eine ganze Weile den Campingplatz vom Vortag sehen.

Es dauerte nicht lange und die Sonne verschwand leider wieder hinter den Wolken und sollte sich auch erst wieder gegen Abend zeigen.

Die heutige Etappe führte zum Großteil über asphaltierte oder zumindest gut befahrbare Straßen.
Zum Glück für mich, da ich somit wieder mehr Distanz auf vier Rollen zurücklegen konnte und zum Pech für meine Schuhe, da ich hin und wieder einmal bremsen musste und sich so langsam Löcher in den Sohlen bilden.

Dennoch kam ich durch die Straßenverhältnisse wieder sehr gut voran und hatte ein paar recht gute Abfahrten.

Ein Zwischenziel der heutigen Route war Laredo…

…wo ich zunächst durch die Altstadt…

…mit ihren engen Straßen…

…und später an der Strandpromenade…

…mit den vielen Statuen entlang fuhr.

Hier und da gab es kleine Abzweigungen um von der Strandpromenade durch die Dünen…

…zum Strand in der Bucht von Laredo zu gelangen.

Heute folgte meine Route wieder dem Jakobsweg und ich hatte ein Leichtes mit der Navigation da ich überall den gelben Markierungen folgen konnte.

Eine gelungene Abwechslung gab es dann auch noch…

…denn es gab endlich einmal wieder eine kleine Fähre mit der ich den Kanal zwischen Laredo und Santona überqueren durfte.

Hier lernte ich während der überfahrt auch noch Nico kennen, einen Pilger auf Ingolstadt der sich vorgenommen hatte den gesamten Camino del Norte von San Sebastian bis nach Santiago de Compostella mit seinen ca. 850km in 30 Tagen zu wandern.

Ich wünsche ihm/dir dabei viel Erfolg und natürlich „Bon Camino“.
(Ich wusste nicht ob ich dein Bild hier verwenden darf, also falls du das hier ließt gib doch einfach kurz bescheid.)

In Santona angekommen ging es dann einmal quer durch die Stadt in Richtung Campingplatz.

Es war nur noch ein Katzensprung bis zum Ziel und zudem auch noch der bisher beste Belag auf der diesjährigen Tour.

Da dieser Radweg auch ein Teil des Jakobsweges ist habe ich bereits heute ein sehr gutes Gefühl und auch ein wenig Vorfreude auf die morgige Etappe.

Am Campingplatz angekommen wurde kurzerhand die Ausrüstung abgelegt und es ging ab an den Strand der direkt an den Platz grenzt.

Hier entdeckten wir eine Höhle in einer Felswand…

…in der sich eine kleine Grotte befindet.

Da die Flut aber bereits im Anmarsch war konnten wir uns leider nicht allzu lange in der Grotte aufhalten…

…und kehrten somit zum Strand zurück wo wir dann noch den Abend verbrachten.

In der Zwischenzeit hatten wir Bekanntschaft mit einer weiteren Pilgerin, Eleni, aus der Nähe von Stuttgart gemacht mit der wir bei netten Gesprächen den Abend am Strand ausklingen ließen.

Orinón

Zu Start der heutigen Etappe ließ ich mich zunächst vor die Tore der Stadt mitnehmen um dem Verkehr und dem Trubel aus dem Weg zu gehen.

Ab hier war es dann nicht mehr sehr weit…

…bis ich wieder am Meer war.

Die heutige Route war recth abwechslungsreich und wartete hier und da mit kleinen Überraschungen, wie diesem Tunnel…

…der etwas von einem Bergwerksstollen hatte, auf mich.

Ein großer Teil der Route führte heute direkt an der Küste entlang…

…und machte nur wenige Abstecher ins Landesinnere.

Da gestern ein Tag Städtereise auf dem Plan stand, hatte ich den Jakobsweg ein wenig aus den Augen verloren.

Auch wenn ich ihm nicht direkt folge, so freut es mich dennoch wenn ich hin und wieder einen Teil von ihm mit meiner Route kreuze.
Und zudem erleichtern die gelben Markierungen die Navigation ungemein.

Auch wenn die heutige Etappe die meiste Zeit über gut ausgebaute Straßen führte, hieß das nicht, dass es keine Steigungen geben sollte.

Aber es hat doch jeder Aufstieg auch seine guten Seiten, wie den großartigen Ausblick über den bereits zurückgelegten Weg oder…

dass es auf der anderen Seite auch wieder hinunter geht. 🙂

Die 10% Gefälle haben nicht nur unglaublich viel Spaß bei der Abfahrt gemacht, sonder auch zeitlich einen guten Vorteil verschafft und mir dazu noch einen gehörigen Motivationsschub gegeben.

Unten im Tal angekommen kam ich durch ein kleines Bergbau-Dorf wo ich Anita, eine kleine Dampflok die mich ein wenig an Emma aus Jim Knopf erinnert hat, getroffen habe.

Das kleine Bergbau-Dorf verließ ich natürlich standesgemäß durch einen Tunnel quer durch den Berg.

Und auch hier gab es wieder eine gute Packung Motivation oben drauf.

Auf dem weiteren Weg kam ich dirch mehrere Küstenstädte, sah alte Kirchen…

…und auch diese interessante Grotte, die von den Gezeiten durchspült wird und sogar zum Baden freigegeben ist.

Leider gab es auch heute ein paar Abschnitte auf der Strecke die ich wandernd zurücklegen musste.

Doch waren diese deutlich weniger als an den Tagen zuvor und durch die vielen guten Möglichkeiten…

…es einfach mal wieder rollen zu lassen, fielen die kurzen Wander-Abschnitte kaum ins Gewicht.

Gegen späten Nachmittag kam ich dann an der Bucht, in der das heutige Lager liegt an…

…und musste aber erstmal den Fluss der in die Bucht mündet überqueren…

…was leider die restliche Route zu einer Waldwanderung machen sollte.

Nur die imposante Autobahnbrücke die den Fluss in einiger höhe überragt und sich quer durch die Natur schneidet erinnerte daran, dass ich nicht weit weg von der Zivilisation war.

Denn auf den Trampelpfaden war für die letzten Kilometer nicht der geringste Hinweis, nicht das leisteste Geräusch das nicht natürlichen Ursprungs war zu vernehmen.

Es war so unglaublich friedlich und beruhigend…

Die letzte Wander-Etappe hat dann doch noch etwas Zeit in Anspruch genommen bevor ich dann den Campingplatz erreichte, wo auch schon Helmut wartete.

Hier legte ich nur kurz die Ausrüstung und mein Longboard ab…

…um auf direktem Weg zum Strand zu gehen um dort den Abend zu verbringen.

Hoffentlich setzt sich der Trend mit den immer besser werdenden Straßenverhältissen und steigende Anzahl an Abfahrten in den kommenden Etappen fort…

Bilbao

Der heutige Tag sollte ein wenig Abwechslung in die Reise bringen.
Es stand nämlich ein Städte-Trip nach Bilbao auf dem Plan.

Das bedeutete gleichzeitig Longboard sicher verstauen und weiter mit unserem Bus Helmut.

Wir ließen also Ibarranguelua hinter uns…

…und fuhren auf direktem Wege nach Bilbao…

…eine Stadt in der die Geschichte und Moderne so nah beieinander „stehen“.

Unser erster Anlaufpunkt in der Stadt war natürlich das Guggenheim-Musem mit seiner abgefahrenen Architektur die der amerikanische Architekt Frank Gehry 1993 entworfen hat.
Das ungewöhnliche Bauwerk, dass aus Kalkstein, Glas und Titan besteht,…

…bietet neben seinen weltbekannten Kunstwerken wie den Tulpen…

…oder dem Puppy von Jeff Koons…

…oder dem „Tall Tree and the Eyes“ von Anish Kapoor auch jährlich wechselnde Wanderausstellungen.

Nach dem Besuch im Museum ging es dann einmal quer durch die Stadt.

Hier sticht zuerst der Torre Iberdrola, ein 165 Meter hoher Büroturm der alles im Umkreis überragt ins Auge.

Auf dem Weg durch die Stadt kamen wir noch an der Iglesia de San José vorbei…

…bevor wir unser eigentliches Ziel, die Altstadt „Las Siete Calles“ erreichten.

Hier findet man auf einem Platz die Kathedrale von Bilbao….

…inmitten von kleinen Wegen…

…und verwinkelten Gassen.

Um die Entdeckungstour durch Bilbao noch zu vollenden, setzten wir den Weg entlang dem Fluss fort…

…und kamen dabei an einigen Kunstwerken…

..und alten Bauwerken wir dem Rathaus von Bilbao vorbei.

Ein letztes Highlight auf der Entdeckungstour war die Zubizuri, eine Fußgängerbrücke die ursprünglich einen Glasboden hatte. Da dieser aber bei nässe zu rutschig war wurden Gummimatten auf dem Glas verlegt was der Brücke leider etwas die Magie nimmt.

Wir schlenderten noch eine ganze Weile durch die Stadt bevor wir am Abend wieder in die Altstadt zurückkehrten um noch eine Kleinigkeit zu essen.

Morgen soll die Tour dann aber wieder ihren gewohnten Lauf nehmen und wieder mit dem Longboard weitergehen.

Ibarranguelua

Das Problem daran wenn man am Vorabend im Meer baden war ist, dass man sich höhentechnisch auf dem 0-Level befindet und somit alles zwischen dem Start- und dem Zielpunkt höher gelegen ist.

Es zeichnet sich also ein Muster ab… Aufstehen, Morgenroutine inklusive Frühstück, zusammenpacken und bergauf wandern. 🙂

Aber zumindest hat man dann nochmal einen guten Überblick über das „Gestern und Heute“.

Die Route schickte mich erst einmal nach Ondarroa wo es über diese interessante Brücke ging.

Anschließend ging es einige Kilometer entlang einer Küstenstraße die mehr an einen Jungle-Highway erinnerte…

…bis ich dann in Lekeitio ankam…

…von wo aus die Route wieder den gewohnten Gang ging.

Es ging über wenig befahrene Landstraßen…

…immer im Wechsel bergauf…

…und bergab.

Nach einiger Zeit und mehreren Kilometern kam ich in einem winzigen Dörfchen an wo eine Art Wettkampf veranstalltet wurde.

Es ging darum mit einer spitzen Eisenstange im Team auf einen Betonblock einzuhacken und das auf Zeit. Gewonnen hat wohl das Team, dass am Ende das größere Loch geschlagen hat.
Der Sinn oder die Herkunft dessen blieb mir fern, es muss sich wohl um einen regionalen Brauch handeln.

Nachdem ich dem Treiben eine Weile lang zugesehen habe machte ich mich weiter auf meinen Weg, der mich zunächst über Feldwege hinaus in die Hügellandschafft führte.

Da ich heute wie auch die letzten Tag sehr viel Wandern musste, wollte ich euch mal zeigen, wie ich dabei mein Longboard transportiere.
Die Jahre zuvor musste ich es noch tragen und habe mir deshalb – in weiser Vorraussicht – einen Haken mit dem 3D-Drucker gedruckt den ich am Rucksack befestigen kann, was sich als unglaubliche Erleichterung herausgestellt hat.

Allerdings konnte ich heute mein Brett deutlich öfter vom Haken nehmen als die Tage zuvor da auf der heutigen Etappe die Straßenverhältnisse deutlich besser waren.

So gab es heute die ein oder andere Abfahrt die mir sehr viel Freude bereitet hat und mich wieder daran erinnert hat warum ich diese Tour überhaupt unternehme.

Natürlich musste ich für jede Abfahrt „bezahlen“ indem ich danach wieder einen Berg erklimmen musste, was allerdings durch eine tolle Aussicht zusätzlich belohnt wurde.

Hier und da kam ich heute durch winzig kleine Dörfchen die aus nicht mehr als einer Handvoll Häusern bestanden.

Je näher ich zum heutigen Zielort Ibarranguelua kam desto mehr ging es bergab was mir einige Zeit ersparte, da ich mich endlich wieder mehr auf vier Rollen fortbewegen konnte.

Obwohl es immer weiter ins Tal ging war die Aussicht immernoch großartig.

Auf den letzten Kilometern musste ich noch eine kurze Pause einlegen um einem tierischen Weggefährten hallo zu sagen…

…bevor ich mich dann weiter zum Campingplatz machte der in der Urdaibai-Mündung, einem Biosphärenreservat der Biskaya, liegt.

Das Ende der heutigen Etappe verlief dann noch recht entspannt über einen gut ausgebauten Radweg und war eine gelungene Entspannung auf den letzten Metern.

Es sind zwar erst drei Tage vergangen aber meine Schuhe zeigen wegen den vielen steilen Bergab-Passagen bereits massive Verschleißspuren.
Mal sehen wie lange die hier noch durchhalten.
Wenn das in diesem Tempo weitergeht verheize ich dieses Jahr mehr als nur zwei Paar Schuhe.

Ondarroa

Zum Glück hat der Wetterbericht keinerlei Ahnung von Wettervorhersage 🙂

Eigentlich sollte es heute laut Wetterbericht den ganzen Tag regnen, was sich allerdings bereits am Morgen als knallharte Lüge herausstellte.
Es war warm und der Himmel nahezu Wolkenfrei.

Also ging es los auf die heutige Etapp, die zunächst in Zumaia am Hafen entlang über Radwege führte.

Ein Bild von einer Kirche auf dem Weg muss auch mal wieder sein.

Es dauerte nicht lang, dann ließ ich Zumaia hinter mir und wanderte wieder über den Jakobsweg…

…und natürlich erstmal wieder bergauf…

…um einen wundervollen Blick über das kleine Städtchen zu bekommen.

Zu Beginn waren die Feldwege noch recht gut befahrbar, zumindest der Teil der nicht bergauf ging.

Leider blieb dieser Zustand nicht lange erhalten, denn kurze Zeit später fand ich mich auf einer Schotterpiste wieder…

…die sich nach und nach immer weiter den Berg hinaufschlängelte und dabei ein atemberaubendes Panorama über die Ausläufer der Pyrenäen bot.

Eine ganze Weile lang wanderte ich so am Berghang entlang und hier und da zeigten die kleinen Marker am Wegesrand an, dass man sich noch auf dem richtigen Weg befindet.

Auch wenn diese Wanderei echt anstrengend ist und ich die ganze Zeit ein Longboard mit mir herumschleppe ist die Aussicht die man hier oben hat Entschädigung genug.

Nachdem ich nun mehrere Stunden gewandert war erreichte ich dann endlich wieder eine asphaltierte Straße…

…da hier relativ viel Verkehr herrschte war ich mir nicht mehr so sicher ob ich noch auf dem richtigen Weg war und befürchtete schon dass ich die bereits zurückgelegten Kilometer wieder zurück musste.
Bis mir dann ein Schild mitteilte, dass ich doch richtig war.

Auf dieser Straße überquerte ich dann noch eine Autobahn…

…bevor sich die Szenerie dann schlagartig änderte.

Auf dem Weg hinter dem Zaun erwartete mich eine ungewöhnliche aber recht angenehme Begengnung in Form einer kleinen Eselfamilie.

Nach einer kurzen Unterhaltung über das Wetter 😀 machte ich mich weiter auf meinen Weg, der zunächst wieder einmal steil bergauf führte.

Oben angekommen konnte ich mich sogar wieder rollend fortbewegen und dabei die Aussicht auf die Bucht von Biskaya genießen…

…allerdings konnte ich den Weg bergab leider nicht komplett mit dem Brett zurücklegen, da es so dermaßen steil den Berg hinab ging, dass ich mir den Schuh heiß gebremst hatte und dann doch lieber den restlichen Weg zu Fuß ging.

Unten angekommen kam ich durch ein kleines Städtchen wo es ein paar nette Streetart Werke zu sehen gab.

Ab hier ging es dann direkt am Meer entlang weiter über nahezu perfekt asphaltierte Wege.
Hier machte die Tour wieder richtig Spaß und ich kam richtig gut voran.

Auch im nächsten Städtchen Mutriku auf der Route gab es etwas zu entdecken, so wie diese imposante Kirche Nuestra Senora de la Asuncion.

Lange hielt ich mich jedoch nicht in Mutriku auf, sondern folgte meiner Route die weiter über gut ausgebaute Straßen führte…

…anfangs ließ ich noch auf dem Schotterstreifen neben der Straße was mir aber schnell zu blöd wurde und ich mich auf mein Brett stellte und mich mit dem Verkehr arrangierte.

Diese letzte Abfahrt war auch gleich die schönste des heutigen Tages und dauerte leider nicht allzu lange.
Kurze Zeit später kam ich dann auch schon am Campingplatz in Ondarroa an und machte mich nach einer kurzen Pause auf den Weg zum Strand, wo der Tag heute auch sein Ende finden sollte.

Zumaia

Heute ging es also los.
Nach dem Frühstück im Hotel packten wir unsere Sachen in den Bus und machten uns beide auf den Weg.
Für mich ging es ab hier erstmal mit dem Longboard weiter.

Ich fuhr ein Stück an der Strandpromenade von San Sebastian entlang…

…bevor ich die Stadt auf dem Jakobsweg verließ.

Es ging erst einmal eine ganze Weile bergauf…

…und die Stadt hinter mir wurde immer kleiner…

…bis ich schließlich nur noch den Monte Igueldo hinter mir sehen konnte.

ab hier war ich also offiziell on Tour und folgte immer den gelben Pfeilen und Muscheln entlang dem Jakobsweg bzw. dem Camino del norte der mich dieses Jahr begleiten wird.

Der Weg verlief durch die hügeligen Felder und Wiesen…

…über kleine Landsträßchen…

…und auch durch ein kleines Wäldchen…

..bis sich die Route dann ein ganzes Stück neben der Autobahn her durch die hügelige Landschaft schlängelte.

Es ging heute grundsätzlich immer bergauf und bergab, damit hatte ich bereits gerechnet.

Auch dass ich nicht immer die besten Straßen unter den Rollen haben werde war mir bereits vorher bewusst…

…aber darauf, dass ich plötzlich über einen matschigen Trampelpfad mitten im Wald wandern musste, war ich nicht vorbereitet.

Dass dieser Trampelpfad dann einfach endete und nur noch eine Schneise druch das Dickicht als Weg übrig blieb…

…der dann später nur noch als Weg zu erahnen war, ließ mich heute doch ein wenig an der Routenplanung zwiefeln.

Als ich dann aus dem Dickicht heraus auf den unter mit liegenden Weinberg und Fluss blicken konnte war die kurze Jungle-Expedition aber wieder schnell vergessen.

Den Weinberg also zügig heruntergestiegen, ging es direkt neben dem Fluss über einen Radweg weiter.

Dieser führte nach wenigen Kilometern wieder hinaus zu den Feldwegen in der Hügelkette.

Als ich wieder an die Küste kam verschlechterte sich das Wetter immer mehr…

…und auch das Meer wirkte sehr aufgewühlt als ich Zarautz entlang der Strandpromenade durchquerte.

Ab hier ging es eine ganze Weile direkt am Meer entlang…

…und ich hätte mir wirklich besseres Wetter gewünscht, denn durch den andauernden Nieselregen war ich vollkommen durchnäßt.

Das letze Stück der heutigen Etappe führte dann wieder weg vom Meer über einen Berg, dessen Aufstieg zu den steilsten des heutigen Tages zählte.

Auf dem Gipfel stand eine kleine Kapelle die mich daran erinnerte, dass ich noch auf dem richtigen Weg bin.

Jeden Berg den man erklimmt muss man auf der anderen Seite auch wieder herabsteigen, was nach dem heutigen Tag zu den unangenehmeren Teilen der Route gehörte.

Ich wäre gerne viel mehr Wege bergab geskated – Laufen ist da eher uncool.

Als ich dann endlich in Zumaja angekommen war…

…wartete auch schon der fertig aubgebaute Bus auf mich, der ab heute dann für die nächsten Nächte mein Schlafplatz sein wird.

Nach dem Abendessen kam sogar die Sonne zwischen den Wolken hervor und verschaffte dem recht durchwachsenen Tag einen gelungenen Ausklang.

Heute schnappte ich am Wegesrand diesen Spruch auf der mich sehr zum nachdenken brachte, auch über meine Reise entlang der der europäischen Küstenlinie…

Morgen geht die Tour dann weiter nach Mutriku und das hoffentlich bei besserem Wetter.

15 Stunden später

Die Tour 2021 hat begonnen…Und das mitten in der Nacht!

Um halb zwölf in der Nacht waren die letzten Sachen in den Bus geladen und es ging ab auf die Straße in Richtung Spanien.

Es ist zwar richtig anstrengend quer durch die Nacht zu fahren nachdem man am Vorabend alles für die Reise vorbereitet und eingeladen hat, allerdings wird man mit komplett leeren Straßen dafür belohnt…

…und fährt immer in einen Sonnenaufgang hinein.

Die Fahrt ohne Verkehr bei konstanden 130 wäre ziemlich monoton geworden wenn nicht hier und da mal eine Brücke die Eintönigkeit unterbrochen hätte.

Nachdem ich die Nacht und die ersten Stunden nach Tagesanbruch durchgefahren war gab es einen Fahrerwechsel und ich konnte endlich mal meine Beine ausstrecken.

Es ging noch eine ganze Weile quer durch Frankreich…

…bis wird dann in Spanien wegen einem riesigen Stau vom Navi von der Autobahn herunter geführt wurden und über Landstraßen weiter fahren mussten.

Nach ungefähr 15 Stunden Fahrt hatten wir die knapp 1500km zurückgelegt und endlich San Sebastian erreicht…

…wo wir auf direktem Weg zum Hotel fuhren um uns kurz auszuruhen und zu duschen.

Das Hotel ist nur wenige Meter vom Strand entfernt.
Auch wenn die Renivierungsarbeiten am Gebäude gegenüber das Bild etwas stören lädt der Blick zum Strand und zur Christus Statue auf dem Monte Urgull dennoch zum träumen ein und weckte Erinnerungen an die letzten Tage der letztjährigen Tour.

Lange hielten wir uns nicht im Hotel auf, sondern machten uns auf den Weg in die Stadt.
Hier kamen wir an der Statue von Königin Maria Christina von Spanien…

dem Palast von Miramar, der früher Residenz der Königsfamilie war….

…und an der Buen Pastor Kathedrale vorbei.

In der Altstadt erkundeten wir dann noch ein wenig die kleinen Gassen…

…auf der Suche nach einer kleinen Tapas-Bar um eine Kleinigkeit zu essen…

…bevor wir dann einen ausgedehnten Rückweg am Strand unternahmen.

Hier verbrachten wir dann noch den restlichen Abend mit Blick auf die hell erleuchtete Bucht von La Concha.

Morgen geht es dann in die erste Etappe in Richtung Zumaia.