Belinho

Bem vindo a Portugal

Heute war es endlich soweit. Ich verließ Spanien und setzte meine Tour in Portugal fort.

Aber bis dahin dauerte es noch ein wenig.

Am Vormittag ging es dieselbe staubige Piste des Vortages weiter in Richtung „Hafen“ von A Guarda, den Blick bereits auf Portugal gerichtet.

Ich stapfte einige Zeit durchs Grüne…

…bevor ich den Fährhafen von A Guarde erreichte.

Es war aber irgendwie weit und breit keine Fähre zu sehen…

…bis mir dann klar wurde, dass hier keine Fähre wie ich sie mir vorgestellt hatte fahren wird, sondern dieses kleine Böttchen.

Machte aber nichts, schließlich waren wir mit Kapitän auch nur zu viert, die über den Fluss nach Portugal wollten.

Bevor wir ablegten war aber noch etwas Zeit, die ich in Fotos von meinem Longboard investierte und mich daran erinnerte, was wir beide bereits auf unserer Reise durch Europa gemeinsam erlebt haben.

Ich bin sehr froh uns auch stolz zugleich, dass es mich in all den Jahren noch nie im Stich gelassen hat.

Doch zurück zur Reise, die sich in der Zwischenzeit auf dem Wasser fortsetzte.

Es ging mit „Vollgas“ nach Portugal. 😀

Dort angekommen erwarteten mich zunächst endlose Kilometer vorbei an Dörfern und Feldern.

Aber der Radweg ließ mich sehr gut vorankommen, sodass die Strecke nicht allzuviel Zeit in Anspruch nahm.

In Viana do Castello musste ich dann nochmal einen Fluss überqueren, aber davon gleich mehr.

Ich rollte zunächst in die Stadt hinein und weiter zum Hafen, wo die Gil Eannes, ein altes Lazarettschiff von 1955 dass heute als Museumsschiff vor Anker liegt.

Die Stadt überragend im Hintergrund sticht die Basilica de Santa Luzia bereits von Weitem ins Auge aber leider war mir der Weg dort hin bei den heutigen Temperaturen einfach zu weit um sie zu besichtigen…

…und so musste ich mich mit den Kunstwerken die hier und da verstreut waren zufrieden geben.

Ein kurzes Stück am Fluss entlang kam ich wieder in den Genuss des gelben Radweges der mir von ein paar Tagen bereits Freude bereitet hatte.

Und es war auch dieses Mal wieder eine echte Freude hier drüber zu gleiten.

Wie vorhin schon erwähnt musste ich erneut einen Fluss überqueren und dafür über eine Brücke fahren. Aber nicht über diese hier.

Sondern über diese hier, die Ponte Eiffel. Und wenn sich einer von euch jetzt fragt ob er oder sie den Namen schon mal irgendwo gehört hat dann liegt ihr richtig. Die Brücke wurde nämlich von Gustave Eiffel, dem selben Ingenieur der den Eiffelturm entworfen hat konstruniert.

Die Brücke überbrückt seit 1878 den Rio Lima und ist wie der Eiffelturm auch eine genietete Eisenkonstruktion. Das besondere an ihr ist außerdem, dass sie zwei Etage hat, die obere auf der sich Fahrzeuge und Fußgänger bewegen dürfen und die untere Ebene auf der Schienenverkehr stattfindet.

Auf der anderen Seite angekommen erwartete mich leider erstmal nur stumpfes Kilometerreißen entlang einer Hauptstraße…

…zumindest war der Seitenstreifen so breit und der Belag ausreichend gut, dass ich unbehelligt vom Verkehr meiner Route folgen konnte.

Ehrlich gesagt war dieser Teil der Etappe sehr öde und bei den Temperaturen auch noch recht erschöpfend dazu.

Aber wenigstens hatte ich dadurch ziemlich viel Zeit um mit der Kamera zu spielen und das ein oder andere Bild, Video oder GIF vom Skaten zu kreieren.

Für etwas Abwechslung sorgte dann schließlich eine etwas ausgeprägtere Wandereinlage, die sich von anfänglichen Pflasterwegen…

…über staubige Feldwege…

…bis zu einem Waldweg ausdehnte, wodurch ich wieder ein wenig Tempo rausnehmen musste…

…bis ich dann wieder auf einen Radweg kam und zumindest für eine kurze Strecke wieder ein wenig Gas geben konnte.

Ich fuhr noch ein letztes Mal über eine Brücke…

…bevor ich dann die letzte Wanderung vor erreichen des Campingplatzes antrat.

Nachdem wieder Ausrüstung und Longboard verstaut und ich umgezogen war ging es natürlich wieder direkt zum Strand…

…wo ich zusammen mit meinem Travel-Buddy den Tag ausklingen ließ.

Morgen ist dann wiedermal ein Day Off angesagt, denn es geht nach Porto, dass wir in aller Ruhe erkunden möchten.

A Guarda

Perfektes Wetter und hammer Straßen, so könnte man die heutige Etappe am besten beschreiben.

Bereits früh auf der Etappe kam der Radweg, der mich heute den Tag über begleitete zum Vorschein.

Entweder ist es hier ein Teil des Camino oder schon der Eurovelo-Radweg den ich bereits auf früheren Touren befahren bin.

Sei’s drum, es war einfach herrlich auf ihm dahin zu gleiten.

Ein Blick zurück offenbarte wie weit ich bereits gekommen war und wo ich mich noch vor ein paar Tagen befunden habe.

Der Weg verlief heute eigentlich die ganze Zeit direkt am Wasser und in den unzähligen kleinen Buchten konnte man das kristallklare Wasser sehen in dass ich mich am liebsten sofort hineingelegt hätte, denn heute war einer der heißesten Tage bisher.

Aber zurück zum Weg, denn der war echt der Hammer. So müssten alle Wege sein, absolut glatt aber ein Glatt mit extrem Gripp wenn ihr versteht was ich meine.

Auf solchen Strecken komme ich mit dem richtigen Gefälle gut und gerne auch mal auf 40 km/h und mehr…

…was heute dazu geführt hat, dass ich wohl irgendwo auf der Strecke Helmut überholt habe weil Madame irgendwo auf dem Weg einen Aussichstspunkt angefahren ist um ein paar Fotos zu schießen.

Leider war der Spaß gefühlt viel zu schnell vorbei und der wunderbare gelbe Radweg endete viel zu früh in einer Schotterpiste.

Es war als ob den Spaniern hier einfach nur der Belag für ein paar hundert Meter ausgegangen wäre, denn kurze Zeit später fing der Radweg einfach wieder an.

Doch erneut sollte es auch diesesmal nur von kurzer Dauer sein…

…und ich fand mich erneut auf einem Wanderweg wieder.

Und dieses Mal zog er sich eine ganze Weile, zunächst vorbei an steinernen Mäuerchen…

…und später dann über die offene Küstenebene mit dem Atlantik zu Rechten und den Bergen zur Linken.

Schließlich wurde der Weg wieder besser und ich kam in ein kleines Städtchen…

…wo mich meine Route durch dessen Altstadt…

…mit ihren schmalen Gassen führte.

Am Ortsausgang kam ich noch an einer kleinen Pilgerkapelle vorbei…

…bevor es dann wieder einmal hieß:

„Follow the yellow (Brick)Road“ – Frei nach The Wizard of Oz von 1939

Aber wie schon bereits zuvor war es ein ständiger Wechsel zwischen schnell rollen und langsam wandern.

Und so war auch hier nach ein paar Kilometern der Weg schon wieder zu Ende…

…und ich musste mein Longboard wieder einmal an den Rucksack schnallen und zu Fuß weitergehen.

Zwischenzeitlich war es bereits unangenehm heiß geworden…

…und so war ich froh als die Wanderung über die staubigen Pfade endlich vorüber war und ich wieder auf meinem Brett steigen und den kühlenden Fahrtwind spüren konnte.

Dieser letzte Abschnitt auf dem Radweg führte mich dann einige Kilomter weiter bis das Ziel der heutigen Etappe A Guarda zu sehen war.

Im Ort habe ich dann nicht zu viel Zeit verbracht und machte mich auf direktem Weg in Richtung Campingplatz…

…wo ich dann, sozusagen als letzte Prüfung des heutigen Tages, noch einmal vom Brett steigen und die letzten 1000 Meter über diese staubige Schotterpiste wandern musste.

Ich war komplett fertig als ich endlich Helmut erreicht hatte.

Fertig aber irgendwie auch glücklich, da ich heute sehr viel Skaten konnte.

Vigo

Nachdem mein Bremsschuh über Nacht die Boxengasse besucht hat startete ich mit negalneuem „Bremsbelag“ in die heutige Etappe.

Fühlt sich sehr gut an bremsen zu können ohne dass der Fuß warm wird 😀

Die heutige Etappe hatte drei Teile.

Der erste Teil führte mich weg vom Campingplatz, durch das anliegende kleine Dörfchen…

…hinein in einen Wald…

…wo ich dank des geringen Verkehrs auch echt gut voran kam.

Die Route führte mich anschließend quer durch die Altstadt von Cangas…

…und vorbei an einer alten Kirche…

…bis an den Hafen…

…wo ich dann schließlich die Fähre nach Vigo nahm.

Die Fahrt mit der Fähre war sogesehen auch schon der zweite Teil der heutigen Etappe und ich nutzte die Zeit um eine Kleinigkeit zu essen und meinen Rücken mal wieder vom Rucksack zu entlasten.

Auf der anderen Seite des Ria de Vigo, also in Vigo, angekommen, empfing mich die Stadt direkt mit einem Radweg…

…und so kam ich recht zügig vom Hafen weg…

…und über ein noch besseres Radwegenetz quer durch die Stadt.

Auf diesen Wegen kann richtig Tempo machen und solange es einigermaßen eben ist, dieses auch recht lange halten, wodurch ich beispielsweise in Holland oder in Westfrankreich durch die dort extrem gut ausgebauten Radwege an manchen Tagen bis zu 60km zurücklegen konnte.

Leider sind solche Distanzen hier in Spanien bisher aufgrund der topographischen Gegebenheiten einfach nicht zu machen.

Ich folgte dem Radweg weiter ins Landesinnere bis ich die Stadtgrenze hinter mir hatte und rollte anschließend wieder auf die Küste zu…

…die dann auch den dritten und letzten Teil der heutigen Etappe einläutete.

Ab hier ging es eigentlich nur noch direkt am Wasser entlang.

Und auch wenn die Strandpromenade gepflastert war konnte ich hier wunderbar fahren.

Mit diesen glatten Pflastersteinen kann ich mich sehr gut anfreunden.

Der Sand hat die Fugen zwischen den einzelnen Platten gefüllt, die Oberfläche ist glatt wie eine Fliese und so gleitet mein Brett nahezu lautlos darüber.

Lediglich das Abrollgeräusch meiner Rollen wenn ich eine engere Kurve fahre ist noch leise zu hören.

In diesem „Stealth-Modus“ sind dann aber wieder die Fußgänger ein Problem, da sie einen erst wahrnehmen wenn man schon an ihnen vorbei ist und man somit ständig Acht geben muss ob nicht einer vor einem plötzlich die Richtung ändert oder sonst einen Quatsch macht.

Auf dem weiteren Weg folgte leider auch gleich noch ein Negativbeispiel für Pflastersteine.

Über diese mit Querrillen versehenen Gehwege kann man nicht fahren.

Das ganze Brett gerät in Schwingung die sich bis in die Beine fortsetzt und auch die Geräuschentwicklung der Rollen auf diesem Belag ist Ohrenbetäubend.

Querrillen – Ernsthaft???

Wollt ihr dass sich mein Brett durch Resonanz in Einzelteile zerlegt oder dass meine Gelenke den Geist aufgeben?

Nach wenigen hundert Metern hatte ich dann aber wieder Asphalt…

…und gut befahrbare Wege vor mir bis ich dann schließlich am Campingplatz ankam…

wo wieder einmal sofort die Ausrüstung verstaut wurde, ich mich umgezogen habe und ich dann mit meiner Reisebegleitung direkt zum Strand gegangen bin um dort zu entspannen und die Sonne zu genießen.

Und ja, wie man an meiner Wade unschwer erkennen kann trage ich wirklich den ganzen Tag Knieschoner, selbst wenn ich zwischendruch ein ganzes Stück wandern muss. – Ich zieh die Teile doch nicht alle paar hundert Meter an und wieder aus.

Cangas

Heute war mal wieder einer der Etappen die einfach zu weit für mich sind.

Erneut waren die Campingplätze leider etwas zu weit von einander entfernt und so startete die Etappe mit einer kurzen Fahrt mit dem Bus.

In der nächsten größeren Stadt sprang ich dann ab und machte mich rollend weiter auf meinen Weg.

Es ging nach kurzer Zeit bereits direkt am Wasser entlang…

…und aus der Stadt heraus.

Kurz nach der Stadtgrenze wandelte sich der Weg in einen Radweg und ich kam nun wieder schneller voran.

Ich vertehe diesen spanischen Zwang nicht, alles was nicht für Autos gemacht ist, pflastern zu müssen.

Ehrlich Leute, was soll der Scheiß?

Dieser Radweg zog sich eine ganze Weile. Mein Navi meinte zwar ich hätte vor ein paar hunter Meter bereits links abbiegen müssen und auf der anderen Seite der parallel verlaufenden Autobahn weiterfahren sollen aber das schien mir bei diesem gut ausgebauten Weg doch sehr fragwürdig.

Nachdem ich ungefähr eineinhalb Kilometer auf den Radweg zurückgelegt hatte wurde mir plötzlich klar wieso mein Navi darauf beharrte, dass ich vorhin hätte abbiegen sollen.

Aber ein zurück kam für mich überhaupt nicht in Frage…

Und mal ehrlich, dass soll auch irgendwie ein Abenteuer sein.

…und so sprang ich kurzer Hand über den Zaun und wanderte auf dem schmalen Felsvorsprung weiter.

Zum Glück führte dieser Pfad, wenn man es so nennen kann, auch wieder zu einem richtigen Weg, sonst wäre mal richtig aufgeschmissen gewesen.

Es ging zunächst wandernd über einen langen Holzsteg…

…hinein in die nächste Stadt, die ich wieder über einen Radweg durchqueren konnte.

Und dieses Mal kann man es auch ruhig Radweg nennen, denn ich kam richtig gut voran.

Als ich so durch die Stadt rollte begegnete mir dieser Citroen Mehari aus den 70er Jahren in unlgaublich gutem Zustand.

Das verrückte an diesem Wagen ist, dass die komplette Karosserie aus Kunststoff besteht, was den kleinen Flitzer zu einem echten Fliegengewicht mit seinen gerade mal ca 500 kg macht.

Naja, zumindest reicht dem kleinen dann auch ein 0,6 Liter Motor mit 30Ps um von A nach B zu kommen.

Um die Stadt schließlich zu verlassen führte mich meine Route erstmal eine ganze Zeit lang immer nur bergauf…

…um dann anschließend in das nächste Städtchen wieder bergag zu wandern.

Unten angekommen hatte ich wieder Wasser neben mir und ich entschied mich dazu…

…auf einer Bank eine kurze Pause einzulegen und eine Kleinigkeit zu essen….

…bevor ich mich wieder weiter auf den Weg machte.

Leider führte mich mein Weg immer weiter vom Wasser weg…

…und irgendwie auch immer weiter auf einen Berg hinauf.

Nicht nur, dass ich oben angekommen total fertig war, wurde meine weitere Route sehr abenteuerlich und wirkte hin und wieder auch ein wenig postapokalyptisch.

Es ging Ewigkeiten in den Wald am Gipfel des Berges hinein…

…bevor sich der Weg ein wenig besserte und es auch wieder bergab zu gehen schien.

Diese ungeplante Wandereinlage hatte mich in meinem Zeitplan um minestens eine Stunde zurückgeworfen und diese galt es somit wieder aufzuholen sobald ich wieder feste Wege unter die Rollen bekommen sollte.

Gesagt, getan ging es im Schuß die letzten Kilometer auf der Straße in Richtung Campingplatz…

…wo auch schon Helmut und mein Travel-Buddy auf mich warteten.

Am Abend ging es dann noch hinunter zum Strand um dort den Sonnenuntergang anzusehen und den Tag zu Ende gehen zu lassen.

Die heutige Etappe, im Speziellen der letzte Abschnitt hat meinen Schuhen nun den Rest gegeben.

Je schneller ich fahre um so heftiger muss ich bremsen, klar.

Und somit hat sich heute die Sohle, oder das was von den letzten Tagen noch davon übrig war nun vollständig in Papier verwandelt.

Aber ich bin ja vorbereitet, ist schließlich nicht die erste Tour, und habe eine Ersatzsohle und den besten Kleber den es dafür gibt am Start und so habe ich heute kurzerhand meinen Bremsschuh neu besohlt. 😀

Vilanova de Arousa

Die gestrige Sightseeing Tour hat meinen Beinen etwas Entspannung und die Möglichkeit sich ein wenig zu regenerieren gebracht und so konnte ich heute mit neuer Kraft aufs Brett steigen.

Der erste interessante Moment der Etappe war, als ich an eine Brücke kam, die ich leider zu Fuß überqueren musste, da die Fußgängerspur mit Holz beplankt war.

Es war dennoch schön, da ich im Schatten wandern konnte…

…und eine sehr schöne Aussicht über den Fluss und die umgebende Landschaft hatte.

Gegen Mittag wurde es heute sehr heiß, doch da ich im Vergleich zu den vergangenen Tagen extrem gut voran kam vielen die Temperaturen nicht so sehr ins Gewicht.

Die Etappe führte durch viele kleine Dörfer mit wenig Verkehr, sodass ich die meiste Zeit einfach mitten auf der Straße durchziehen konnte.

Hin und wieder sorgte ein kleines Waldstück für eine schattige Abkühlung und der Fahrtwind tat sein übriges.

Es ging noch eine ganze Weile über kleine Sträßchen…

…bis ich dann Vilanova erreichte und endlich einmal über gut ausgebaute Radwege rollen konnte.

Diese führten mich zunächst einmal quer durch die Stadt…

…bis ich dann die Strandpromenade erreicht hatte…

…und ab hier nur noch am Wasser entlang fuhr.

Auf der weiteren Stecke kam ich noch an diesem Pumptrack vorbei den ich zu gerne selbst gefahren wäre, doch mein tiefergelegtes Reise-Longboard ist leider überhaupt nicht für so einen Parcours ausgelegt – Ich würde überall aufsetzen und das will ich dem guten Stück beim besten Willen nicht antun.

Zu guter Letzt kam ich dann zu einer Brücke die den letzten Teil der heutigen Route einleitete.

Am anderen Ufer angekommen waren es nur noch wenige hundert Meter bis ich dann das Ziel für heute erreicht hatte.

Nachdem ich dann am Campingplatz angekommen war, verstaute ich Longboard und Rucksack und es ging für den Rest des Nachmittags an den Strand um dort faul in der Sonne zu liegen.

Am Abend gab es dann noch etwas gesundes vom eigenen Grill bevor ich mich wieder ans Schreiben machte.

Santiago de Compostela

Heute stand wie angekündigt etwas Abwechslung auf dem Plan.

Nach dem Frühstück packten wir alles zusammen und machten uns mit Helmut auf den Weg entlang der Küsenstraße…

…bis wir nach einigen Kilometern ins Landesinnere abbiegen mussten, denn das Ziel des heutigen Tages war Santiago de Compostela.

Und das ausgerechnet am Jakobus Tag – heute wird die Hölle in Santiago los sein.

Denn auch der spanische König soll wohl vor Ort sein.

In Santiago angekommen wollte erstmal das dort ansäßige Federvieh unbedingt etwas von meinen Keksen ab haben und natürlich habe ich an so einem Feuertag brüderlich geteilt 😀

Nach dieser kleinen Raubtierfütterung ging es auch direkt hinein in die Altstadt…

…wo es allerlei historische Bauwerke zu bestaunen gab, wie zum beispiel das Kloster San Francisco…

…das Convento de San Francisco…

Das Bedediktinerkloster Monasteiro de San Martino Pinario, das heute als Hotel und Studentenwohnheim genutzt wird und sogar ein Museum für religiöse Kunst beherberg.

..die Igreja de San Fructuoso…

…oder das Rathaus an der Praza do Obraidoro, dem Platz an dem sich sämtliche Pilger nach ihrer erfolgreichen Pilgerreise zusammenfinden und einen Moment inne halten bevor es dann weiter zum wohl beeindruckendsten Gebäude und gleichzeit auch Wahrzeichen der Stadt…

…der beeindruckenden Kathedrahle von San Sebastian geht.

Auch wenn die Schlange zum Eingang in die Kathedrale echt lang ist, darf eine Besichtigung auf keinen Fall fehlen wenn man schon einmal hier ist.

Und so stellten auch wir uns in die Schlange und warteten darauf die Kathedrale von Innen zu bestaunen.

Und das Warten hat sich auf jeden Fall gelohnt.

Im Inneren wirkte alles noch einmal viel gewaltiger. Die Höhe der Decke, die Größe der Räume und vorallem die Akkustik waren unglaublich.

Und der Altar selbst war natürlich auch eine echte Sehenswürdigkeit mit den vielen Goldverzierungen und deren Inszenierung durch den Lichteinfall durch die vielen Fenster.

Ein unglaubliches Bauwerk, vorallem wenn man bedenkt, dass der Bau bereits im Jahr 1075 begonnen hatte und über die Jahrhunderte immer wieder erweitert wurde.

Nach der Besichtigung machten wir uns wieder auf den Weg zurück zu Helmut und fuhren wieder hinaus aus der Stadt…

…und weiter in Richtung Küste…

…von wo aus es dann morgen wieder mit der Tour weitergehen soll.

Der heutige Tag war eine gelungene Abwechslung zu dem ganzen Drucheinander der letzten Tage und ebenso auch ein Muss wenn man schon einmal hier in Galiozien ist.

Hoffentlich war der heutige Tag auch ein wenig erholsam für meinen Travel-Buddy, sodass sie wieder Kraft tanken konnte damit bald wieder ganz fit ist.

San Francisco

Da der gestrige Tag einen sehr außerplanmäßigen Verlauf nahm und wir sehr spät einen Platz zum Schlafen finden mussten blieb uns nur die Möglichkeit frei zu stehen.

Das schöne daran ist, dass man sich dabei direkt an den Strand stellen kann und am Morgen bei den Wellen aufwacht.

Da wir leider durch die gestrige Aktion einen Tag verloren hatten und einen festen Zeitplan haben, mussten wir heute ein ganzes Stück aufholen.

Also musste ich erst einmal Busfahren.

Einige Kilometer später sprang ich dann ab um wenigstens einen Teil der heutigen Etappe selbst zurück zu legen.

Der graue Himmel vom Morgen hatte sich auch bereits verzogen und die Temperaturen kletterten nahe an die 30°C Marke.

Es ging zunächst neben einer Hauptstraße recht lang bergauf…

…bis ich dann links auf einen Wanderpfad abbog…

…der sich seitlich am Berg entlang bis zum Gipfel schlängelte.

Von dort oben hat man einen grandiosen Ausblick über die Gipfel bis hinunter zur Bucht von Muros wo auch der heutige Campingplatz liegt.

Auf meinem weiteren Weg begegnete mir noch eine kleine Herde Kühe, die sich sichtlich wunderten was der irre Mensch mit seinem Skateboard auf einem Wanderweg macht.

Kurze Zeit später hatte ich dann den Gipfel hinter mir gelassen und der Weg ins Tal hatte begonnen.

Leider führte dieser direkt an der Hauptstraße entlang, sodass ich immer nur kurze Strecken skaten konnte, da ständig Autos mit ca 90 km/h angeschossen kamen.

Nach und nach kam ich meinem heutigen Ziel immer näher…

…und ich versuchte so schnell wie möglich von dieser Hauptstraße weg zu kommen.

Nach einiger Zeit kam ich dann am Fuß des Berges an und konnte nun endlich an der Hafenpromenade von Muros entlang rollen.

Meine Route führte mich vorbei am Rathausplatz…

…und weiter durch die Altstadt…

…bis ich Muros schließlich über eine Landstraße durch ein kleines Wäldchen verließ.

Hier konnte ich dann endlich wieder ein ganzes Stück auf dem Brett zurücklegen.

Ich kam meinem Ziel, der „Praia da San Francisco“ immer näher…

…um dann am Campingplatz angekommen festzustellen, dass Helmut zu einem Wäscheständer umfunktioniert wurde. 😀

Nach einem kurzen Besuch am Strand erkundete ich noch die Umgebung und entdeckte das Nonnenkloster „Convento de San Francisco do Rial“ direkt hinter dem Campingplatz…

…zu dem wohl auch dieser kleine Pilgerpfad gehörte, der sich ein paar hundert Meter den Berg hinauf schlängelt.

Der Pfad war am Abend noch eine gute Übung um die Beine nach dem heutigen Anstieg wieder ein wenig zu lockern.

Morgen steht ein dann wenig Abwechslung zum bisherigen Programm auf dem Plan.

Ungeplanter Zwischenstopp

Es war eine sehr unruhige Nacht.

Als dann sehr früh am Morgen die Bauchkrämpfe und heftigen Schmerzen meine Begleitung trafen packten wir so schnell es möglich war unser Lager ein und machten uns auf direktem Weg zum nächsten Arzt, der uns nach kurzer Untersuchung ins nächste Krankenhaus schickte.

Die Lebensmittelvergiftung war offensichtlich doch noch nicht ganz auskuriert.

Dort angekommen, ging es direkt über die Notaufnahme hinein wo sich die Ärzte auch sogleich an die Arbeit machten.

Nach jeder Menge Untersuchungen und Ewigkeiten des Wartens wussten die Ärzte dann auch was meinem Travel-Buddy fehlte und konnten sie wieder aufpäppeln.

Nachdem wir so den Tag im Krankenhaus verbracht hatten und die Ärzte der Überzeugung waren, dass sie wieder fit genug war um das Krankenhaus zu verlassen, machten wir uns spät in der Nacht auf den Weg um einen Platz zu finden an dem wir die Nacht verbringen konnten.

Baldaio

Wie eigentlich jeden Morgen war der Himmel grau und es wehte ein kühler Wind.

Irgendwie habe ich mir das Wetter in Spanien anders vorgestellt.

Aber zurück zum Wesentlichen. Die Route.

Da die heutige Etappe aus planungstechnischen Gründen mein Tagespensum etwas überschritt, fuhr ich ein Stück mit Helmut mit und wir nutzten den Moment auch gleich dafür unseren Proviant wieder aufzufüllen als wir die nächste Stadt erreichten.

Während der Fahrt begegnete uns auch wieder der Jakobsweg, der hier ziehmlich ungemütlich neben dem Verkehr entlang geführt wurde.

Kurz nachdem wir die Stadt hinter uns gelassen haben sprang ich auch schon wieder ab und machte mich rollend weiter auf den Weg.

Die Route führte mich dann durch ein paar Küsterndörfer…

…und vorbei an zahlreichen Buchten.

Zwischendurch musste ich natürlich auch mal einen „Selfie“ machen.

Auch wenn es heute einige Male recht steil bergauf ging waren die guten Straßenverhältnisse ein Traum im Vergleich zu den letzten Tagen…

…und so konnte ich mich bereits beim Hochlaufen auf die kommende Abfahrt freuen.

Und ja, irgendwie habe ich mir (so wie jedes Jahr) wiedereinmal einen Sonnenbrand zugeszogen. 😀

Die Sonne grillt mich auch durch eine Wolkendecke hindurch…

Mitten bei einer Abfahrt musste ich hart bremsen und dachte im ersten Moment ich sehe nicht richtig.

Aber direkt vor mir stand dieser Raubvogel, ich glaube es ist ein Bussard, auf der Straße und sah mich verwundert an bzw. er erwiederte wahrscheinlich einfach nur meinen verwunderten Blick.

Wir waren keinen halben Meter von einander entfernt als ich leider bemerkte, dass er sich wohl seinen linken Flügel verletzt hatte und deswegen hier auf der Straße herum saß und mich so nah an sich heran ließ.

Um ihn zumindest aus der Gefahrenzone Straße zu bekommen half ich ihm sehr vorsichtig mit Hilfe meines Longboards zurück ins Gebüsch.

Nach dieser Begegnung ging es für mich weiter in Richtung Campingplatz, nur leider nicht mehr rollend.

Wie gerne wäre ich diese Strecke gefahren, doch leider ist mein Longboard nicht offroadfähig.

Während dieser Wanderung klarte der Himmel nach und nach immer weiter auf und ich hatte einen wunderbaren Blick über die Hügel und Berge Galiziens.

Ich musste noch ein paar Kilometer weiter wandern…

…bevor ich dann das heutige Ziel in der Ferne sehen konnte…

…wo auch schon Helmut und mein Travel-Buddy auf mich warteten.

Nachdem ich meine Ausrüstung verstaut und mich umgezogen hatte ging es dann auch sofort an den Strand…

…wo ich beim Erkunden der Felsen auch gleich die nächste tierische Bekannstschafft machen durfte…

…denn dieser kleine Krebs hatte sich an einem Felsen versteckt und mich ganz schön erschreckt. 😀

Der Strand lud mit seinen Felsformationen regelrecht zum Erkunden ein und so mussten wir nicht mal lange suchen um diese coole Höhle zu entdecken.

Wir verbrachten noch eine ganze Weile am Strand bevor wir dann am Abend zum Platz zurückkehrten…

…wo es heute zur Belohnung (wofür auch immer) Pizza zum Abendessen gab.

So langsam kommen wir der Westküste immer näher und ich freue mich darauf wenn es endlich Richtung Süden weiter geht.

Ares

Heute Morgen wurde ich doch recht unsanft aus meinem wohlverdienten Schlaf gerissen, denn mein Travel-Buddy erfreute sich bester Laune. Dennoch war weiterhin Schohnung angesagt damit sich der Organismus wieder richtig  erholen kann.

Es war so gar nicht mein Morgen, der Himmel war grau und es ging ein kalter Wind. Also war auch bei mir beste Laune angesagt – nicht!

Nach einem kleinen Frühstück ging es dann auch schon wieder los, Helmut zog an mir vorbei und verschwand hinter der nächsten Kurve und ich war somit wieder on Tour.

Doch nach wenigen hundert Metern war es schon wieder vorbei mit rollen und es ging wie schon so oft zu Fuß weiter. Aber zumindest klarte das Wetter auf und die Sonne kam wieder zum Vorschein.

Zum Glück dauerte es nicht allzu lange bis ich wieder Asphalt unter den Rollen hatte.

Es war zwar eine Hauptstraße zwischen jeder Menge kleinen Dörfchen…

…aber der Seitenstreifen war ausreichend breit für meine Verhältnisse und außerdem war es mit heute auch irgendwie egal.

Ich wollte endlich rollen!

Also zog ich durch und machte ein recht gutes Tempo…

…was für diesen Teil der heutigen Etappe auch echt notwendig war, da es Ewigkeiten nur geradeaus entlang dieser Hauptstraße ging…

…bevor ich dann schließlich in einer größeren Stadt, Ferrol, ankam.

Und auch hier versuchte ich so viel Weg wie möglich mit dem Brett zurück zu legen.

So zog ich quer durch die Stadt…

…bis ich plötzlich auf den Jakobsweg stieß, den ich eigentlich erst viel später auf meiner Tour erwartet hatte.

Hier beschloss ich auf einer Bank am Wegesrand eine kurze Pause einzulegen und eine Kleinigkeit zu essen…

…bevor ich mich wieder auf den Weg machte und Ferrol hinter mir ließ.

Auf den anderen Seite der Bucht, in Fene angekommen führte mich meine Route seltsamerweise ständig über Bahngleise und so „durfte“ ich heute mehrere dieser Bahnübergänge erklimmen.

Glaubt mir, der Erste ist ok, der Zweite wird schon anstrengend und ab dem Dritten willst du die Teile nur noch abreißen und direkt über die Gleise laufen. 😀

Ab hier ging es dann von Dorf zu dorf und je nach Verkehr erlaubte ich es mir auch mal mitten auf der Straße zu fahren.

Der letzte Teil der Etappe war wirklich schön zu fahren.

Wenig Verkehr, gute Straßen…

…und es gab sogar einige gute Abfahrten mit ordentlich Gefälle…

…sodass ich heute ganz gut Material auf der Strecke gelassen haben.

Der schwarze Staub ist übrigens Gummiabrieb von meiner Schuhsohle.

Bremmsstaub wenn man so will.

Ab einer gewissen Geschwindigkeit hat man mit dem Longboard einen Bremsweg wie ein Öltanker wenn man mit dem Fuß bremsen muss, denn leider ist ein Powerslide wegen meinem Gepäck keine Option.

Gegen frühen Nachmittag erreichte ich dann schließlich den Campingplatz bei Ares und durfte zu meiner Freude sehen, dass wir einen Platz mit Blick direkt auf die Bucht bekommen hatten.

Denn das tolle an solchen Plätzen ist, dass man abends während man Blogeinträge schreibt noch einen wunderbaren Blick hinaus aufs Wasser und auf den Sonnenuntergang hat.