Heute war wohl der Tag an dem alles schief gehen sollte.
Es fing am Morgen bereits mir grauem Himmel an und ging mit der ersten schlechten Nachricht weiter – der nächste Campingplatz war völlig ausgebucht.
Also musste das Roadbook her und kurzerhand umdisponiert werden.
Wir entschieden uns dafür einfach eine Etappe zu überspringen und direkt zum nächsten Campingplatz weiter zu fahren und nachdem abgeklärt war dass wir dort noch einen Platz bekommen können ging es auch schon los.

Nach kurzer Zeit klarte der Himmel auf und es schien doch noch ein schöner Tag zu werden.

Ich ließ mich ca 30 Kilometer vor dem neuen Ziel absetzen und setzte die restliche Strecke mit Eigenantrieb fort.

Die Route führte einen richtig schönen Radweg entlang…

…der hier und da über kleine Brücken führte…

…und sich zwischen vereinzelten Pinien durchschlängelte.

Die vielen kleinen Kurven machten den Weg recht abwechslungsreich…

…bevor ich dann auf einem sehr langen absolut geraden Teilstück anderweitig für Abwechslung sorgen musste…

…und wie schon so oft Bilder von meinem Longboard schoss.

Ein wenig später führte mich die Route hinaus auf eine sehr karge Ebene…

…doch der Asphalt war sehr gut und es gab eigentlich keinen Verkehr wodurch ich sehr gut voran kam.
Wenn der Weg bis zum Horizont so bleibt bin ich ja in ner Stunde schon am Ziel – dachte ich.

Doch nicht mal einen Kilometer später war der Traum vom schnellen Ankommen schon wieder zu Ende denn die Straße hatte sich in einen von Schlaglöchern durchzogenen Flickenteppich verwandelt.

Doch noch war ich guter Dinge, schnallte mein Brett auf den Rücken und marschierte los.

Der Zustand der Straße wurde zunehmend schlechter und somit das Wandern auch immer beschwerlicher.

Irgendwie hatte diese Route was postapokalyptiches und erinnerte mich ein wenig an die Mad Max Filme.

Der Weg wollte seltsamerweise am Horizont kein Ende nehmen und so beschloss ich auf eine Anhöhe am Wegesrand zu steigen um mir einen Rundumblick zu verschaffen.
Was für eine verdammt demotivierende Idee. Der Weg führt einfach nur geradeaus bis zum Horizont…

Aber es half alles nichts, ich musste weiter.
Laut GPS hatte ich immernoch etwas über acht Kilometer auf diesem Weg vor mir.
Da ich aber mit wandern viel zu lange gebraucht hätte, nutzte ich jedes Stück Asphalt, dass hier und da die Wüstenpiste unterbrach um Zeit gut zu machen.
Und hier passierte dann auch was nicht hätte passieren sollen.
Ein Moment der Unachtsamkeit und ich traf mit einem Vorderreifen ein Schlagloch und stürzte.
Zu allem Unglück hatte ich auch zu diesem Zeitpunkt meine Knieschoner nicht angezogen, da ich davor etliche Kilometer wandern musste.
Ich hatte schlicht und ergreifend einfach vergessen sie wieder anzuziehen – wie kann man nur so dumm sein?

Die Bilder erspare ich euch jetzt, denn Schotter richtet übles an.
Zum Glück habe ich auf meinen Reisen immer mein Medi-Pack dabei und konnte mich provisorisch verbinden, denn ich hatte noch einiges an Strecke vor mir um aus dieser Einöde raus zu kommen.
Und so humpelte ich die nächsten Kilometer zu Fuß weiter…

…bis ich schließlich wieder auf einen Radweg stieß und den letzten Kilometer bis zum Campingplatz vorsichtig entlangrollen konnte.

Dort angekommen wurden erstmal die Wunden gereinigt, desinfiziert und fachmännisch von meinem Travel-Buddy verbunden…

…bevor es dann sozusagen als Belohnung für diese grandiose Glanzleistung lecker Essen in einem Strandlokal gab.

Anschließend ging es noch für einen kurzen Abstecher an den Strand wo wir un noch eine Weile das Meer und die Wellen – die für mich die nächsten Tage leider ausfallen werden – ansahen…

…bevor es dann zurück zu Helmut ging wo wir dann den Abend ausklingen ließen.

Mal schauen wie ich morgen und die nächsten Tage weiterfahren kann.