Bilbao

Der heutige Tag sollte ein wenig Abwechslung in die Reise bringen.
Es stand nämlich ein Städte-Trip nach Bilbao auf dem Plan.

Das bedeutete gleichzeitig Longboard sicher verstauen und weiter mit unserem Bus Helmut.

Wir ließen also Ibarranguelua hinter uns…

…und fuhren auf direktem Wege nach Bilbao…

…eine Stadt in der die Geschichte und Moderne so nah beieinander „stehen“.

Unser erster Anlaufpunkt in der Stadt war natürlich das Guggenheim-Musem mit seiner abgefahrenen Architektur die der amerikanische Architekt Frank Gehry 1993 entworfen hat.
Das ungewöhnliche Bauwerk, dass aus Kalkstein, Glas und Titan besteht,…

…bietet neben seinen weltbekannten Kunstwerken wie den Tulpen…

…oder dem Puppy von Jeff Koons…

…oder dem „Tall Tree and the Eyes“ von Anish Kapoor auch jährlich wechselnde Wanderausstellungen.

Nach dem Besuch im Museum ging es dann einmal quer durch die Stadt.

Hier sticht zuerst der Torre Iberdrola, ein 165 Meter hoher Büroturm der alles im Umkreis überragt ins Auge.

Auf dem Weg durch die Stadt kamen wir noch an der Iglesia de San José vorbei…

…bevor wir unser eigentliches Ziel, die Altstadt „Las Siete Calles“ erreichten.

Hier findet man auf einem Platz die Kathedrale von Bilbao….

…inmitten von kleinen Wegen…

…und verwinkelten Gassen.

Um die Entdeckungstour durch Bilbao noch zu vollenden, setzten wir den Weg entlang dem Fluss fort…

…und kamen dabei an einigen Kunstwerken…

..und alten Bauwerken wir dem Rathaus von Bilbao vorbei.

Ein letztes Highlight auf der Entdeckungstour war die Zubizuri, eine Fußgängerbrücke die ursprünglich einen Glasboden hatte. Da dieser aber bei nässe zu rutschig war wurden Gummimatten auf dem Glas verlegt was der Brücke leider etwas die Magie nimmt.

Wir schlenderten noch eine ganze Weile durch die Stadt bevor wir am Abend wieder in die Altstadt zurückkehrten um noch eine Kleinigkeit zu essen.

Morgen soll die Tour dann aber wieder ihren gewohnten Lauf nehmen und wieder mit dem Longboard weitergehen.

Ibarranguelua

Das Problem daran wenn man am Vorabend im Meer baden war ist, dass man sich höhentechnisch auf dem 0-Level befindet und somit alles zwischen dem Start- und dem Zielpunkt höher gelegen ist.

Es zeichnet sich also ein Muster ab… Aufstehen, Morgenroutine inklusive Frühstück, zusammenpacken und bergauf wandern. 🙂

Aber zumindest hat man dann nochmal einen guten Überblick über das „Gestern und Heute“.

Die Route schickte mich erst einmal nach Ondarroa wo es über diese interessante Brücke ging.

Anschließend ging es einige Kilometer entlang einer Küstenstraße die mehr an einen Jungle-Highway erinnerte…

…bis ich dann in Lekeitio ankam…

…von wo aus die Route wieder den gewohnten Gang ging.

Es ging über wenig befahrene Landstraßen…

…immer im Wechsel bergauf…

…und bergab.

Nach einiger Zeit und mehreren Kilometern kam ich in einem winzigen Dörfchen an wo eine Art Wettkampf veranstalltet wurde.

Es ging darum mit einer spitzen Eisenstange im Team auf einen Betonblock einzuhacken und das auf Zeit. Gewonnen hat wohl das Team, dass am Ende das größere Loch geschlagen hat.
Der Sinn oder die Herkunft dessen blieb mir fern, es muss sich wohl um einen regionalen Brauch handeln.

Nachdem ich dem Treiben eine Weile lang zugesehen habe machte ich mich weiter auf meinen Weg, der mich zunächst über Feldwege hinaus in die Hügellandschafft führte.

Da ich heute wie auch die letzten Tag sehr viel Wandern musste, wollte ich euch mal zeigen, wie ich dabei mein Longboard transportiere.
Die Jahre zuvor musste ich es noch tragen und habe mir deshalb – in weiser Vorraussicht – einen Haken mit dem 3D-Drucker gedruckt den ich am Rucksack befestigen kann, was sich als unglaubliche Erleichterung herausgestellt hat.

Allerdings konnte ich heute mein Brett deutlich öfter vom Haken nehmen als die Tage zuvor da auf der heutigen Etappe die Straßenverhältnisse deutlich besser waren.

So gab es heute die ein oder andere Abfahrt die mir sehr viel Freude bereitet hat und mich wieder daran erinnert hat warum ich diese Tour überhaupt unternehme.

Natürlich musste ich für jede Abfahrt „bezahlen“ indem ich danach wieder einen Berg erklimmen musste, was allerdings durch eine tolle Aussicht zusätzlich belohnt wurde.

Hier und da kam ich heute durch winzig kleine Dörfchen die aus nicht mehr als einer Handvoll Häusern bestanden.

Je näher ich zum heutigen Zielort Ibarranguelua kam desto mehr ging es bergab was mir einige Zeit ersparte, da ich mich endlich wieder mehr auf vier Rollen fortbewegen konnte.

Obwohl es immer weiter ins Tal ging war die Aussicht immernoch großartig.

Auf den letzten Kilometern musste ich noch eine kurze Pause einlegen um einem tierischen Weggefährten hallo zu sagen…

…bevor ich mich dann weiter zum Campingplatz machte der in der Urdaibai-Mündung, einem Biosphärenreservat der Biskaya, liegt.

Das Ende der heutigen Etappe verlief dann noch recht entspannt über einen gut ausgebauten Radweg und war eine gelungene Entspannung auf den letzten Metern.

Es sind zwar erst drei Tage vergangen aber meine Schuhe zeigen wegen den vielen steilen Bergab-Passagen bereits massive Verschleißspuren.
Mal sehen wie lange die hier noch durchhalten.
Wenn das in diesem Tempo weitergeht verheize ich dieses Jahr mehr als nur zwei Paar Schuhe.

Ondarroa

Zum Glück hat der Wetterbericht keinerlei Ahnung von Wettervorhersage 🙂

Eigentlich sollte es heute laut Wetterbericht den ganzen Tag regnen, was sich allerdings bereits am Morgen als knallharte Lüge herausstellte.
Es war warm und der Himmel nahezu Wolkenfrei.

Also ging es los auf die heutige Etapp, die zunächst in Zumaia am Hafen entlang über Radwege führte.

Ein Bild von einer Kirche auf dem Weg muss auch mal wieder sein.

Es dauerte nicht lang, dann ließ ich Zumaia hinter mir und wanderte wieder über den Jakobsweg…

…und natürlich erstmal wieder bergauf…

…um einen wundervollen Blick über das kleine Städtchen zu bekommen.

Zu Beginn waren die Feldwege noch recht gut befahrbar, zumindest der Teil der nicht bergauf ging.

Leider blieb dieser Zustand nicht lange erhalten, denn kurze Zeit später fand ich mich auf einer Schotterpiste wieder…

…die sich nach und nach immer weiter den Berg hinaufschlängelte und dabei ein atemberaubendes Panorama über die Ausläufer der Pyrenäen bot.

Eine ganze Weile lang wanderte ich so am Berghang entlang und hier und da zeigten die kleinen Marker am Wegesrand an, dass man sich noch auf dem richtigen Weg befindet.

Auch wenn diese Wanderei echt anstrengend ist und ich die ganze Zeit ein Longboard mit mir herumschleppe ist die Aussicht die man hier oben hat Entschädigung genug.

Nachdem ich nun mehrere Stunden gewandert war erreichte ich dann endlich wieder eine asphaltierte Straße…

…da hier relativ viel Verkehr herrschte war ich mir nicht mehr so sicher ob ich noch auf dem richtigen Weg war und befürchtete schon dass ich die bereits zurückgelegten Kilometer wieder zurück musste.
Bis mir dann ein Schild mitteilte, dass ich doch richtig war.

Auf dieser Straße überquerte ich dann noch eine Autobahn…

…bevor sich die Szenerie dann schlagartig änderte.

Auf dem Weg hinter dem Zaun erwartete mich eine ungewöhnliche aber recht angenehme Begengnung in Form einer kleinen Eselfamilie.

Nach einer kurzen Unterhaltung über das Wetter 😀 machte ich mich weiter auf meinen Weg, der zunächst wieder einmal steil bergauf führte.

Oben angekommen konnte ich mich sogar wieder rollend fortbewegen und dabei die Aussicht auf die Bucht von Biskaya genießen…

…allerdings konnte ich den Weg bergab leider nicht komplett mit dem Brett zurücklegen, da es so dermaßen steil den Berg hinab ging, dass ich mir den Schuh heiß gebremst hatte und dann doch lieber den restlichen Weg zu Fuß ging.

Unten angekommen kam ich durch ein kleines Städtchen wo es ein paar nette Streetart Werke zu sehen gab.

Ab hier ging es dann direkt am Meer entlang weiter über nahezu perfekt asphaltierte Wege.
Hier machte die Tour wieder richtig Spaß und ich kam richtig gut voran.

Auch im nächsten Städtchen Mutriku auf der Route gab es etwas zu entdecken, so wie diese imposante Kirche Nuestra Senora de la Asuncion.

Lange hielt ich mich jedoch nicht in Mutriku auf, sondern folgte meiner Route die weiter über gut ausgebaute Straßen führte…

…anfangs ließ ich noch auf dem Schotterstreifen neben der Straße was mir aber schnell zu blöd wurde und ich mich auf mein Brett stellte und mich mit dem Verkehr arrangierte.

Diese letzte Abfahrt war auch gleich die schönste des heutigen Tages und dauerte leider nicht allzu lange.
Kurze Zeit später kam ich dann auch schon am Campingplatz in Ondarroa an und machte mich nach einer kurzen Pause auf den Weg zum Strand, wo der Tag heute auch sein Ende finden sollte.

Zumaia

Heute ging es also los.
Nach dem Frühstück im Hotel packten wir unsere Sachen in den Bus und machten uns beide auf den Weg.
Für mich ging es ab hier erstmal mit dem Longboard weiter.

Ich fuhr ein Stück an der Strandpromenade von San Sebastian entlang…

…bevor ich die Stadt auf dem Jakobsweg verließ.

Es ging erst einmal eine ganze Weile bergauf…

…und die Stadt hinter mir wurde immer kleiner…

…bis ich schließlich nur noch den Monte Igueldo hinter mir sehen konnte.

ab hier war ich also offiziell on Tour und folgte immer den gelben Pfeilen und Muscheln entlang dem Jakobsweg bzw. dem Camino del norte der mich dieses Jahr begleiten wird.

Der Weg verlief durch die hügeligen Felder und Wiesen…

…über kleine Landsträßchen…

…und auch durch ein kleines Wäldchen…

..bis sich die Route dann ein ganzes Stück neben der Autobahn her durch die hügelige Landschaft schlängelte.

Es ging heute grundsätzlich immer bergauf und bergab, damit hatte ich bereits gerechnet.

Auch dass ich nicht immer die besten Straßen unter den Rollen haben werde war mir bereits vorher bewusst…

…aber darauf, dass ich plötzlich über einen matschigen Trampelpfad mitten im Wald wandern musste, war ich nicht vorbereitet.

Dass dieser Trampelpfad dann einfach endete und nur noch eine Schneise druch das Dickicht als Weg übrig blieb…

…der dann später nur noch als Weg zu erahnen war, ließ mich heute doch ein wenig an der Routenplanung zwiefeln.

Als ich dann aus dem Dickicht heraus auf den unter mit liegenden Weinberg und Fluss blicken konnte war die kurze Jungle-Expedition aber wieder schnell vergessen.

Den Weinberg also zügig heruntergestiegen, ging es direkt neben dem Fluss über einen Radweg weiter.

Dieser führte nach wenigen Kilometern wieder hinaus zu den Feldwegen in der Hügelkette.

Als ich wieder an die Küste kam verschlechterte sich das Wetter immer mehr…

…und auch das Meer wirkte sehr aufgewühlt als ich Zarautz entlang der Strandpromenade durchquerte.

Ab hier ging es eine ganze Weile direkt am Meer entlang…

…und ich hätte mir wirklich besseres Wetter gewünscht, denn durch den andauernden Nieselregen war ich vollkommen durchnäßt.

Das letze Stück der heutigen Etappe führte dann wieder weg vom Meer über einen Berg, dessen Aufstieg zu den steilsten des heutigen Tages zählte.

Auf dem Gipfel stand eine kleine Kapelle die mich daran erinnerte, dass ich noch auf dem richtigen Weg bin.

Jeden Berg den man erklimmt muss man auf der anderen Seite auch wieder herabsteigen, was nach dem heutigen Tag zu den unangenehmeren Teilen der Route gehörte.

Ich wäre gerne viel mehr Wege bergab geskated – Laufen ist da eher uncool.

Als ich dann endlich in Zumaja angekommen war…

…wartete auch schon der fertig aubgebaute Bus auf mich, der ab heute dann für die nächsten Nächte mein Schlafplatz sein wird.

Nach dem Abendessen kam sogar die Sonne zwischen den Wolken hervor und verschaffte dem recht durchwachsenen Tag einen gelungenen Ausklang.

Heute schnappte ich am Wegesrand diesen Spruch auf der mich sehr zum nachdenken brachte, auch über meine Reise entlang der der europäischen Küstenlinie…

Morgen geht die Tour dann weiter nach Mutriku und das hoffentlich bei besserem Wetter.

15 Stunden später

Die Tour 2021 hat begonnen…Und das mitten in der Nacht!

Um halb zwölf in der Nacht waren die letzten Sachen in den Bus geladen und es ging ab auf die Straße in Richtung Spanien.

Es ist zwar richtig anstrengend quer durch die Nacht zu fahren nachdem man am Vorabend alles für die Reise vorbereitet und eingeladen hat, allerdings wird man mit komplett leeren Straßen dafür belohnt…

…und fährt immer in einen Sonnenaufgang hinein.

Die Fahrt ohne Verkehr bei konstanden 130 wäre ziemlich monoton geworden wenn nicht hier und da mal eine Brücke die Eintönigkeit unterbrochen hätte.

Nachdem ich die Nacht und die ersten Stunden nach Tagesanbruch durchgefahren war gab es einen Fahrerwechsel und ich konnte endlich mal meine Beine ausstrecken.

Es ging noch eine ganze Weile quer durch Frankreich…

…bis wird dann in Spanien wegen einem riesigen Stau vom Navi von der Autobahn herunter geführt wurden und über Landstraßen weiter fahren mussten.

Nach ungefähr 15 Stunden Fahrt hatten wir die knapp 1500km zurückgelegt und endlich San Sebastian erreicht…

…wo wir auf direktem Weg zum Hotel fuhren um uns kurz auszuruhen und zu duschen.

Das Hotel ist nur wenige Meter vom Strand entfernt.
Auch wenn die Renivierungsarbeiten am Gebäude gegenüber das Bild etwas stören lädt der Blick zum Strand und zur Christus Statue auf dem Monte Urgull dennoch zum träumen ein und weckte Erinnerungen an die letzten Tage der letztjährigen Tour.

Lange hielten wir uns nicht im Hotel auf, sondern machten uns auf den Weg in die Stadt.
Hier kamen wir an der Statue von Königin Maria Christina von Spanien…

dem Palast von Miramar, der früher Residenz der Königsfamilie war….

…und an der Buen Pastor Kathedrale vorbei.

In der Altstadt erkundeten wir dann noch ein wenig die kleinen Gassen…

…auf der Suche nach einer kleinen Tapas-Bar um eine Kleinigkeit zu essen…

…bevor wir dann einen ausgedehnten Rückweg am Strand unternahmen.

Hier verbrachten wir dann noch den restlichen Abend mit Blick auf die hell erleuchtete Bucht von La Concha.

Morgen geht es dann in die erste Etappe in Richtung Zumaia.

Ab hier Urlaub

Heute stand Sightseeing auf dem Programm.

Gleich nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg in Richtung Innenstadt von San Sebastián.
Der Weg dorthin führte uns durch kleine Parks…

…und vorbei an interessanten Gebäuden.

In der Innenstadt angekommen überragte der Turm der Kathedrale „Good Shepherd of San Sebastián“ alles in ihrem Umkreis.

Und sie war von innen ebenso überwältigend wie von außen.

Nachdem wir hier durch die Läden gezogen sind, um ein wenig zu shoppen, machten uns weiter auf dem Weg in Richtung Altstadt und überquerten dabei die „Brücke von Maria Cristina“ mit ihren vier imposanten Säulentoren.

Die Altstadt von San Sebastián lud durch ihre vielen kleinen Gassen geradezu zu einer Erkundungstour ein.

Wir entdeckten bei unserer Tour durch die verwinkelten Gassen…

…neben jeder Menge kleiner Läden und Bars…

…auch die Saint Vincent’s Church (Bild unten) und die Basílica de Santa María, von der ich leider kein gutes Bild machen konnte.

Wir streiften noch einen ganze Weile durch die Altstadt…

…bis wir uns dann auf den Weg in Richtung Strand machten..

…wo man im Sand die Kunstwerke von Straßenkünstlern bestaunen konnte.

Am Nachmittag gingen wir zurück zum Hotel um uns kurz frisch zu machen und dann am Abend zur Bucht, der „Playa de La Concha“ zurück zu kehren…

…um dort noch etwas zu Abend zu essen.

Anschließend unternahmen wir noch einen nächtlichen Spaziergang…

…entlang der Strandpromenade zurück zum Hotel.

Da nach intensiver Recherche die einzig noch rollbare Etappe nur noch ca. 30 Kilometer weit führen würde ohne in größeren Kontakt mit dem Straßenverkehr zu kommen, oder ich entweder wandern oder einen kilometerweiten Umweg ins Landesinnere machen müsste, viel – wenn auch leicht geknickt – die Entscheidung, die diesjährige Tour hier in San Sebastián zu beenden.
Leider konnte ich somit mein eigentliches Ziel, Bilbao, nicht auf dem Longboard erreichen.
Aber mein persönliches Ziel, dieses Jahr Spanien zu erreichen habe ich dennoch geschafft.

So, ab hier ist dann Urlaub…

San Sebastián

Heute war anstrengend und gefühlt ewig lang, aber es sollte der letzte Tag in Frankreich und der erste in Spanien werden.

Vormittags musste ich erstmal ein kleines Stück über Kies und Sand wandern…

…bevor ich wieder auf einen Radweg traf.

Diesem folgte ich dann auch eine ganze Weile,…

…bis ich dann von Weitem eine kleine Hafenstadt entdeckte, die direkt auf meiner heutigen Route lag.

Der Weg dort hin war voll von schönen Motiven, für die es sich lohnte kurz anzuhalten.

Aber auch das kleine Städchen hatte ein paar Motive zu bieten.

Ab hier wurde die Strecke leider richtig anstrengend, da ich nun quer durch die Ausläufer der Pyrenäen kam.

Und das bedeutete erstmal rauf auf den Hügel und zwar zu Fuß.

Der Weg nach oben zog sich ewig, doch die grandiose Aussicht lenkte ein wenig davon ab.

Als dann aber der Rad- beziehungsweise Gehweg plötzlich zu Ende war, beschlich mich das ungute Gefühl, dass die heutige Etappe Spuren hinterlassen würde.

Aber noch konnte mich die Aussicht auf den Atlantik weiter motivieren.

Ich wanderte also immer weiter über diesen Trampelpfad, der angeblich ein Teil des EuroVelo-Radweges sein soll…

…bis ich dann den ersten Gipfel erreichte und sah was mich heute noch so erwarten sollte.

Als der Pfad dann weg von der Straße führte und von der Beschaffenheit mehr einem Hindernisparcour als einem Wanderweg ähnelte, kam ich mir vor als wäre ich einen Teil des Jakobswegs gewandert.

Wahrscheinlich habe ich das wirklich…

Die Temperatur stieg heute Mittag wieder über 30°C und so suchte ich mir ein schattiges Plätzchen um eine kurze Pause einzulegen und wieder Kraft zu sammeln.

Longboard und Skaterschuhe sind eindeutig nicht die richtige Ausrüstung für diese Art von Wanderung.

Zwischendurch wurde man trotz der Strapazen immer wieder daran erinnert an welch schönen Ort man gerade ist.

So ging es dann noch recht lange über diesen Pfad bergauf…

…und wieder bergab.

Bis das letzte Stück dann noch richtig schräg wurde und meinen geschundenen Gelenken dann völlig den Rest gab…

…bevor es wieder zurück auf normale Wege ging.

Schließlich kam ich dann in der Grenzstadt Hendaye an, wo ich mir noch das Schloß Abbadie ansah, das nach seinem Bauherrn, dem französischen Weltreisenden und Kartographen Antoine Thomson d’Abbadie benannt ist.

Nach dem kurzen Rundgang ging es weiter durch die Stadt…

…in Richtung spanischer Grenze…

…die mich dann allerdings ein wenig enttäuschte.

Da hier in Spanien der innerstädtische Radweg quasi mit dem Verkehr fließt…

und zwischen den Städten eigentlich nicht existiert…

– ich hab nicht so gerne Autos mit 70Km/h an mit vorbei fahren –

…und ich dazu noch durch die Wanderung nicht mehr ganz so gut zu Fuß war, ließ ich mich aufsammeln um das letzte Stück motorisiert zurück zu legen.

In San-Sebastián angekommen ging es auf direktem Weg zum Hotel, wo wir die nächsten zwei Nächte verbringen werden.

Für die Tage danach müssen wir uns etwas einfallen lassen.
Wenn die Situation mit den Radwegen nun überall so sein wird muss ich sehen ob ich zumindest noch Teilstücke mit dem Brett zurücklegen kann…

Saint-Jean-de-Luz

Heute hatten wir ein wenig improvisiert.

Mitten drin auf der heutigen Etappe lag das Städtchen Biarritz und wir hatten kurzerhand beschlossen dort eine kleine Sightseeing-Tour zu unternehmen.

Also ging es am Morgen erstmal mit dem Bus dort hin.

In Biarritz angekommen, schlenderten wir erst einmal an der Strandpromenade entlang und kamen dabei ein einem kleinen Felsen vorbei auf den eine Brücke führte.

Von dem Felsen aus hatte man einen tollen Rundumblick…

…über den Golf von Biskaya.

Nachdem wir genug Ozean gesehen hatten, ging es in die Altstadt mit ihren vielen schönen Gebäuden…

…und Kirchen…

…oder auch den maskierten Schweinchen die man hier und da entdecken kann.

Wir erkundeten die ein und andere kleine Gasse…

…und den Markt, wo wir uns noch ein paar frische Zutaten für das Abendessen besorgten.

Nachdem wir genug von Biarritz gesehen hatten ging es für mich wieder auf dem Brett weiter.

Ab hier wurde die Route etwas hügeliger als die letzten Tage…

…und so musste ich öfter mal absteigen und ein Stück bergauf wandern.

Aber von den Hügeln hatte man einen schönen Blick in Richtung Meer.

Ich durchquerte ein paar kleine Gemeinden…

…entdeckte dabei versteckte Street-Art…

…und wundervolle Aussichten auf den Atlantik.

Gegen Ende der heutigen Etappe wurde der Weg dann etwas anstrengender als geplant, denn irgendwie führte der Radweg plötzlich eine Schotterpiste nebst Treppe einen recht steilen Hügel hinauf.

Aber das tolle an Hügeln ist ja, dass es auf der anderen Seite auch wieder hinab geht.

Und wenn der Weg dann auch noch gut geteert ist macht es gleich doppelt so viel Spass.

Am Campingplatz bei Saint-Jean-de-Luz angekommen wurde ich bereits ungeduldig erwartet um endlich hinunter zum Strand zu gehen…

…wo wir dann auch den restlichen Nachmittag verbrachten…

…bevor wir dann zum Abendessen zu Helmut zurück kehrten.

Labenne

Heute sind wir irgendwie sehr früh wach geworden und dann auch schon recht früh aufgebrochen.
War aber nicht schlimm, denn so musste ich schon mal nicht durch die krasse Mittagshitze fahren.

Am Anfang der heutigen Etappe teilte ich mir die Straße noch mit den Autos und allem anderen motorisiertem.

Die meiste Zeit führte die Route heute aber wieder über Radwege neben der Straße.

Ich bin immer wieder erstaunt darüber wie gut das Radwege-Netz hier ausgebaut und auch genutzt wird…

…bis mir dann wieder klar wird dass die Radwege hier zu einem Teil der Tourismus-Infrastruktur gehören und dass die meisten Menschen die mir hier auf dem Radweg begegnen Touristen oder Radreisende sind.

Auf meiner heutigen Strecke kam ich durch mehrere kleine Städte und hatte dabei auch ein paar Flüße zu überqueren.

Hier gab es aber diesmal Brücken und ich musste nicht extra eine Fähren nehmen.

Ich folgte heute auch eine ganze Weile einem kleinen Fluß…

…der sich durch mehrere Dörfer mit ein paar interessanten alten Gebäuden schlängelte…

Nachdem ich den kleinen Fluß dann überqueren und hinter mir lassen musste…

…begegnete mir ein junger Franzose der eines meiner weiteren Boarding-Hobbies mit mir teilt.

– Hier steht ein vollausgestattetes Trampa Holy Pro mit 160Kv DualMotor-Antrieb!!!
Das Teil hat 7200 Watt Gesamtleistung, das sind fast 10PS !!! –

Nachdem wir uns ein wenig über unser Hobby unterhalten und gefachsimpelt haben setzten wir beide unsere Reise weiter fort und wenige Kilometer später kam ich auch schon am heutigen Zielort Labenne an.

Da ich heute bereits sehr früh losgefahren bin, kam ich auch dementsprechend früh schon am Ziel an und somit war noch viel freie Zeit übrig.

Also Freundin und Sachen gepackt und ab ins Dorf.
Dort kurz ein Eis geholt…

…und dann ab an den Strand.

Da gerade die Flut einsetzte hatten wir sehr viel Spaß in den Wellen, die hin und wieder auch recht groß wurden.
Hier verbrachten wir den restlichen Tag, bevor wir dann am Abend zu unserem Bus zurückkehrten.

Die morgige Etappe wird dann die letzte in Frankreich sein, denn Übermorgen werde ich die spanische Grenze überqueren.

Messanges

Heute war Halbzeit!
Und aus diesem Grund hab ich mal Urlaub gemacht.
Das heißt, aufstehen, zusammenpacken und losfahren. Nur dieses Mal mit dem Bus.

– Ich roll‘ heute keinen Meter von selbst… –

Heute haben wir mal etwas länger ausgeschlafen und sind nach dem Frühstück zu unserem nächsten Ziel gemeinsam aufgebrochen.

Anfangs mussten wir etwas ins Landesinnere fahren, da wir das Raketentestgelände „DGA Essais de missiles“ des französischen Militärs umfahren mussten.
Dadurch kamen wir aber durch ein paar malerische Dörfer…

…bevor es dann weiter über Landstraßen ging.

Ich bin ganz froh darüber, heute eine Pause eingelegt zu haben.
Denn schon zur Mittagszeit stieg die Temperatur auf über 34°C…

…ich wäre heute geschmolzen, wenn ich nicht auf dem Beifahrersitz im klimatisierten Bus gesessen hätte.

Nach einem kurzen Stück über die Autobahn ging es dann wieder zurück auf die Landstraßen in Richtung Messanges wo wir heute unser Lager aufschlugen.

Dort angekommen organisierten wir mir kurz einen Sonnenschirm, damit ich nicht komplett verbrenne und verbrachten den Nachmittag am Strand.

Um den erholsamen Tag noch abzurunden haben wir dann am Abend noch gemütlich gegrillt.

Morgen beginnt dann die zweite Hälfte der Tour und so langsam kommen wir der spanischen Grenze immer näher…